2020 stellt Wärmerekord ein

Das Jahr 2020 war nach Angaben des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA global 1,02 Grad wärmer als im langjährigen Mittel der Jahre 1951 bis 1980 und stellt damit den erst vier Jahre alten Rekord ein. Nach anderen Analysen war das Jahr minimal kühler und liegt sehr dicht hinter 2016 auf Platz 2, allerdings liegt auch dies im Bereich der Fehlertoleranz. Damit setzt sich der globale Trend der Erwärmung fort. Außerdem waren die vergangenen sieben Jahre die wärmsten sieben Jahre seit Aufzeichnungsbeginn.




Die Karte zeigt die weltweiten Temperaturabweichungen vom Mittel der Jahre 1951 bis 1980. Es fällt auf, das vor allem der europäisch-asiatische Raum große Abweichungen aufwies.

Auf den globalen und langjährigen Erwärmungstrend haben viele Faktoren einen Einfluss. Unter anderem wirkt sich die
El Niño-Southern Oscillation (ENSO) mit dem Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik auf die globalen Temperaturen aus. Das Jahr 2020 startete mit erhöhten Wassertemperaturen (El Niño) und endete mit einem schwachen La Niña-Ereignis mit kühlerem Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Diese Abkühlung kam aber erst recht spät im Jahr und dürfte sich mehr in 2021 auswirken. Dagegen war 2016 ein El Niño-Jahr und war vor allem dadurch so warm.

Die stärkste Erwärmung wird in der Arktis beobachtet, sie verläuft hier dreimal so schnell wie im Rest der Erde. Da auch das Eis weniger wird, absorbiert der Boden beziehungsweise das nun offene Wasser mehr Wärme und der Prozess schaukelt sich auf.

Die 7 wärmsten Jahre in der Reihe von 1880 bis 2020 traten alle in der Zeit seit 2014 auf, die 10 wärmsten seit 2005. Sämtliche Jahre seit 1977 liegen über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Betrachtet man nicht nur das Land, sondern auch die Meere, liegt 2020 sogar vor 2016.

Die bisher 10 wärmsten Jahre (1880-2020):

Rang Jahr Abweichung
1 2016 +1.00
2 2020 +0.98
3 2019 +0.95
4 2015 +0.93
5 2017 +0.91
6 2018 +0.83
7 2014 +0.74
8 2010 +0.72
9 2013 +0.68
10 2005 +0.67

Auch regional gehörte 2020 in vielen Teilen der Erde zu den bisher wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Zahlreiche neue Temperaturrekorde wurden aufgestellt. Bemerkenswert ist der neue Antarktisrekord mit 18,4 Grad, gemessen am 06. Februar 2020 an der Esperanza Base, einer argentinischen Forschungsstation am nördlichen Ende der Antarktischen Halbinsel. In Europa und Asien wurden jeweils zum ersten Mal Temperaturabweichungen von mehr als 2 Grad nach oben festgestellt.

Titelbild: NASA

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