Erholt sich das Arktiseis?

Im November 2018 ist die Eisfläche in der Arktis in einigen Bereichen deutlich gewachsen, der Anstieg erfolgte schneller als im langjährigen Mittel. Dies war vor allem in der Region Hudson Bay bis Grönland der Fall. Dazu passt auch, dass sich die Schneedecke in Nordamerika bei mehreren Wintereinbrüchen auf die größte Fläche seit mehr als 50 Jahren ausdehnte. Allerdings gab es im November auch Bereiche mit geringerer Eisausdehnung und das Wachstum wurde in der ersten Dezemberdekade wieder gebremst. In der Antarktis fällt auf, dass das vorhandene Eis deutlich ausgedünnt wurde.




Eisbedeckung in der Arktis, Quelle: National Snow and Ice Data Center

Die eisbedeckte Fläche in der Arktis ist immer noch deutlich kleiner als im Mittel. Besonders im Raum Spitzbergen und bei Alaska ist wesentlich weniger Eis vorhanden als sonst zu dieser Jahreszeit. Dagegen ist die Hudson Bay in Kanada inzwischen weitgehend zugefroren.

Eiszunahme Arktis August bis November, Quelle: National Snow and Ice Data Center

In der ersten Oktoberhälfte lag die Eisbedeckung noch am unteren Ende der vergangenen Jahrzehnte. Es folgte im November stärkerer Eiszuwachs als in den vergangenen Jahren, der den Eisschwund nach einer Untersuchung der NASA etwas zu bremsen scheint. Während der vergangenen Jahrzehnte waren die Temperaturen in der Arktis doppelt so schnell angestiegen wie in den übrigen Regionen. Die Folge war eine rasche Eisschmelze im nordhemisphärischen Sommer. Seit 1958 verlor das Arktiseis durchschnittlich zwei Drittel seiner Dicke und etwa 70 Prozent besteht aus einjährigem Eis, das sich innerhalb eines Jahres bildet und wieder abschmilzt. In den Wintermonaten bildet sich dafür rascher neues Eis, wie Forscher am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland herausfanden. Damit erholt sich aber das Eis nicht wirklich, es wird nur der allgemeine Rückgang etwas ausgebremst. Insgesamt setzt sich der Eisrückgang, ausgelöst durch die Klimaerwärmung, weiter fort. Nach der Studie könnte sich dieser Vorgang auch in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen mit beschleunigter Eisabnahme im Sommer und verstärktem Eiszuwachs im Winterhalbjahr. Der langfristige Trend zu einer mehr und mehr eisfreien Arktis wird dadurch nicht aufgehalten.

Eiszunahme Arktis seit dem Sommer, Quelle: National Snow and Ice Data Center

Das Eis ist gerade in den vergangenen Tagen wieder langsamer gewachsen und hängt hinter den meisten Jahren hinterher. Im November betrug die eisbedeckte Fläche 9,80 Millionen Quadratkilometer, das ist der neunttiefste Wert seit 1979 und 900.000 Quadratkilometer unter dem Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Allerdings liegt der Wert auch 1,14 Millionen Quadratkilometer über dem Novemberrekord im Jahre 2016.

Eisbedeckung in der Antarktis, Quelle: National Snow and Ice Data Center

Die eisbedeckte Fläche in der Antarktis nahm im November langsamer ab als im langjährigen Mittel, aber das Eis wurde deutlich ausgedünnt.

Eiskonzentration in der Antarktis, Quelle: National Snow and Ice Data Center

In mehreren Regionen war die Eiskonzentration nur sehr gering. Auf der Südhalbkugel herrscht derzeit Sommer und ein Teil des Eises taut ab. Ob damit im weiteren Verlauf des Sommers die offenen Regionen noch größer werden, bleibt aber abzuwarten.

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