Hurrikan IOTA: Extreme Entwicklung

In der Karibik hat sich der Tropensturm IOTA zum 13. Hurrikan der nordatlantischen Saison 2020 entwickelt. Er wird in den kommenden Stunden immer stärker und kann zu einem sehr gefährlichen Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 werden mit Windgeschwindigkeiten bis weit über 200 km/h. Wie sein Vorgänger, der extrem starke Hurrikan ETA trifft auch IOTA am Montag/Dienstag auf Nicaragua. Hier und in den umliegenden Staaten muss mit schlimmen Folgen durch den Wind, eine Sturmflut und vor allem heftige Regenfälle gerechnet werden mit der Gefahr von Überschwemmungen und verheerenden Erdrutschen.




Animation der Satellitenbilder des Hurrikans IOTA, Quelle: Tropical Tidbits

Noch zeigt sich kein klares Auge im Zentrum des Hurrikans.

Zugbahnvorhersage für den Hurrikan IOTA, Quelle: National Hurricane Center

Der Hurrikan IOTA zieht weiterhin grob in westlicher Richtung und verstärkt sich rasch zu einem starken Hurrikan, der die zweithöchste Kategorie 4 der Hurrikanskala erreichen kann, auch mehr kann nicht ausgeschlossen werden. Neben dem Wind ist der Sturm vor allem durch extreme Regenfälle mit der Gefahr von Überschwemmungen und verheerenden Erdrutschen gefährlich, zumal die Region erst vor knapp zwei Wochen durch den Hurrikan ETA schwer verwüstet wurde.

Die herkömmliche Namensliste auf dem Atlantik ist in diesem Rekordjahr längst aufgebraucht und griechische Namen kamen zum Einsatz. Die nächsten Stürme würden ebenfalls Namen aus dem griechischen Alphabet bekommen und damit Kappa, Lambda etc. heißen.

Wir hatten den Fall schon einmal: Im Jahr 2005 kamen nach dem Durchlauf der Namensliste ebenfalls das griechische Alphabet zum Einsatz, die Stürme/Hurrikane hießen also Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Zeta. Man darf gespannt sein, bis zu welchem Buchstaben wir in diesem Jahr kommen.

Ein Problem ergibt sich, weshalb für die Zukunft vielleicht ein neues Namenssystem für den Atlantik erstellt werden muss. Sind die Auswirkungen durch einen Sturm/Hurrikan besonders schlimm (viele Tote und/oder große Schäden) wird der Sturmname auf Antrag des betroffenen Staates aus den Listen gestrichen und nicht wiederverwendet. Was passiert, wenn nun ein Sturm mit einem Namen aus dem griechischen Alphabet gestrichen werden soll? Eine berechtigte Frage, die bisher nicht geklärt ist. Nach dem aktuellen Stand können solchen Namen nicht ausgemustert werden. Eine mögliche Lösung für die Zukunft wäre eine Hilfsliste mit Namen, die nur zum Einsatz kommen, wenn die herkömmliche Namensliste aufgebraucht ist.

Bisher bildeten sich in diesem Jahr 30 Tropische Stürme, von denen sich 13 zu Hurrikanen und mindestens 5 zu starken Hurrikanen entwickelten – IOTA noch nicht mitgerechnet. Offiziell dauert die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik von Anfang Juni bis Ende November mit dem Höhepunkt in den Monaten von August bis Oktober. Im langjährigen Mittel werden etwa 12 Stürme registriert, davon 6 Hurrikane und davon drei starke Hurrikane mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 180 km/h und mehr. Die Hurrikansaison 2020 gehört zusammen mit 2005 zu den aktivsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Nicht gezählt wurde bisher ein möglicher Sturm vor Afrika: Zwischen den Kapverdischen Inseln und der afrikanischen Westküste hatte sich Ende Juli ein tropisches Tief gebildet, das zumindest kurzzeitig auch Sturmstärke erreicht haben dürfte. Beim darauf folgenden Update des National Hurricane Centers war der Sturm bereits wieder schwächer und bekam so keinen Namen. Möglicherweise wird dieser Sturm noch nach dem Ende der Saison zu der Liste für 2020 hinzugefügt.

Titelbild: Tropical Tidbits

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