Kommt nun der Frühling?

Diese Frage wurde in den vergangenen Tagen mehrfach gestellt. Meine Antwort darauf ist ganz einfach: Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang. Daran ändert sich auch nichts, wenn sich im Laufe dieser Woche milde Atlantikluft bis nach Mitteleuropa ausbreitet. Solche Warmluftvorstöße sind auch im Februar ganz normal und eine große Einschränkung gibt es zudem: Denn im Süden Deutschland dürfte sich die Warmluft in der zweiten Wochenhälfte nur sehr schwer gegen die dort lagernde, sehr kalte und damit schwere Luft durchzusetzen. Und Kälterückfälle sind im weiteren Verlauf dieses Winters natürlich weiterhin möglich.




Wetterlage am Mittwochmittag aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Ein kräftiges Hochdruckgebiet beherrscht derzeit die Wetterlage im Alpenraum und im östlichen Mitteleuropa. Es bleibt über die Wochenmitte hinaus erhalten.

Wetterlage am Freitagmorgen aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Bis zum Freitag verlagert sich der Hochschwerpunkt in Richtung Südeuropa. Dennoch liegt der äußerste Süden und Südosten Deutschlands sowie vor allem der östliche Alpenraum noch am Rande des Hochs und die Kaltluft wird nur sehr zögernd verdrängt. Oftmals unterschätzen die Modelle sogar noch die Hartnäckigkeit der Kaltluft. Dennoch erfassen Tiefausläufer ab Freitag voraussichtlich auch den Südosten Deutschlands.

Was bedeutet dies nun für das Wetter in dieser Woche? Bis zum Mittwoch überwiegen im Norden und Nordwesten eher die Wolken und gelegentlich kann es auch regnen. Nach Süden hin ist es von Nebel- und Hochnebelfeldern abgesehen teils sonnig und durchweg trocken. Während im Südosten teilweise Dauerfrost herrscht, erreichen die Temperaturen in den meisten Landesteilen tagsüber Plusgrade. Im Westen werden stellenweise bereits Höchstwerte bis nahe 10 Grad erreicht. Die Nächste verlauf im Norden und Nordwesten meist frostfrei, ansonsten stellt sich verbreitet Frost ein, über Schnee vielerorts unter -10 Grad, stellenweise sind auch Tiefstwerte von -15 bis -20 Grad und vereinzelt darunter möglich.

Am Donnerstag und Freitag zieht sich der Frost immer mehr in den Süden und Südosten Bayerns zurück. Tagsüber können im Westen vor allem am Niederrhein und im Aachener Raum örtlich schon zweistellige Werte knapp über 10 Grad erreicht werden. Am Wochenende breitet sich die Warmluft auf das ganze Land aus mit teils zweistelligen Plusgraden. Etwas kälter bleibt es weiterhin im äußersten Süden und Südosten. Die in einigen Medien bereits angekündigten 15 oder sogar 16 Grad werden in den meisten Landesteilen allerdings deutlich verfehlt, die 15-Grad-Marke könnte lediglich am Oberrhein geknackt werden.

Und ist ein solcher Warmluftvorstoß im Februar wirklich so ungewöhnlich? Nein, überhaupt nicht. Zweistellige Plusgrade treten im Winter immer wieder mal auf, wie die obige Karte zeigt erst vor zwei Jahren mit bis zu 13 Grad im Westen und Südwesten Deutschlands. Und die Rekorde für die erste Februardekade liegen an den meisten Wetterstation über 15 Grad plus, örtlich sogar über 20 Grad. In Aachen wurden am 10. Februar 1899 sogar 20,4 Grad gemessen, ebenso am 02.02.1957 in Mülheim in Baden-Württemberg. In Heidelberg liegt der Rekordwert für die ersten 10 Februartage bei 19.0 Grad, aufgestellt am 02.02.2002.

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