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Lavaseen – wo das Erdinnere sichtbar wird – Unwetteragentur

Lavaseen – wo das Erdinnere sichtbar wird

Mit Hilfe hoch aufgelöster Satellitenbilder entdeckten Wissenschaftler auf der abgelegenen Südatlantikinsel Saunders Island im Innern des Vulkans Mount Michael einen ständig aktiven Lavasee, wie es ihn nur selten auf der Erde gibt. Hier sammelt sich flüssige Lava, auf der sich zeitweise eine feste Kruste bilden kann, die aber rasch wieder durch nachströmende Lava geschluckt wird. So lange die Lava in dem See bleibt, ist ein Lavasee weitgehend ungefährlich. Läuft er über oder bildet sich ein Riss in der Kraterwand, kann es für die Umgebung sehr gefährlich werden.




Mount Michael (Südatlantik)

Das Bild zeigt den Mount Michael auf der unbewohnten und unwirtlichen Insel Saunders Island am Rande der Antarktis. Bisher konnte niemand den Vulkan besteigen. Denn die Kraterhänge sind nicht mit Schnee, sondern feinsten Eiskristallen bedeckt, die sich durch den ausströmenden Dampf bilden.

Im Satellitenbild erkennt man den Lavasee im Innern des Kraters auf der kleinen, abgelegenen Insel.

Nyiragongo (Kongo, Afrika)

Der größte bekannte Lavasee befindet sich im Krater des Vulkans Nyiragongo im afrikanischen Kongo. Am 17. Januar 2002 strömte die Lava durch Risse im Kraterrand in drei Richtungen aus: Zum Flughafen von Goma, zur Grenze des Nachbarstaates Ruanda und ins Gebiet nördlich von Goma, wo eine wichtige Verkehrsverbindung unterbrochen wurde. Breite Lavaströme ergossen sich dann direkt ins Zentrum von Goma, ein Drittel bis die Hälfte der Stadt wurde zerstört, darunter das Stadtzentrum. Danach waren Hunderttausende auf der Flucht. Teilweise brach Panik aus, und am folgenden Tag standen große Teile der Stadt Goma in Flammen. Etwa 600 Menschen kamen bei dem Ausbruch ums Leben. Viele Flüchtlinge kehrten schnell in die Stadt Goma zurück, weil der Lavastrom bald nachließ. Seitdem gab es immer wieder Risse in der Umgebung des Vulkans und auch kleinere Erdbeben.

Der 3.425 Meter hohe Vulkan gehört zusammen mit dem ebenfalls aktiven Nyiamulagira zu der Vulkankette Virunga, die sich zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo im zentralen Afrika erstreckt. Der Vulkan wurde im Jahre 1894 von einer deutschen Expedition unter Leitung des deutschen Forschers von Götzen entdeckt. Erst seit 1935 wird der Nyiragongo näher erforscht. Man fand heraus, dass der Lavasee im Hauptkrater ständigen, erheblichen Schwankungen unterliegt. Insgesamt stieg er immer weiter an, bis sich im Januar 1977 ein breiter Riss quer durch den Vulkan bildete und die dünnflüssige Lava mit enormen Geschwindigkeiten von 60 Kilometer pro Stunde und mehr in die Umgebung ergoss. In nur 40 Minuten strömten rund 20 Millionen Kubikmeter Lava aus dem Vulkan, ein wohl einmaliger Fall in der derzeit bekannten Vulkangeschichte. Dabei wurden viele Dörfer abgeschnitten und rund 2.000 Menschen kamen ums Leben. Danach lag der Pegel des Lavasees meist 600 bis 800 Meter unter dem Kraterrand. Die steil abfallenden Wände machten den Vulkan berühmt. Weitere Ausbrüche gab es unter anderem 1982 und 1994, damals allerdings ohne Lavaströme.

Die Umgebung des Nyiragongo ist dicht besiedelt, nur gut 10 Kilometer im Süden liegt die Stadt Goma mit ehemals mehr als einer halben Million Einwohnern. Dazu kamen im Jahre 1994 bis zu eine Million Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarstaat Ruanda, die rund um den Vulkan in Zelten oder primitiven Hütten hausten. Ein Ausbruch der Lava wie in den Jahren 1977 und 2002 könnte eine gewaltige humanitäre Katastrophe auslösen.

Erta Ale (Äthiopien)

Im Januar 2017 lief der Erta Ale in Äthiopien über. Die Risse im Kraterrand schlossen sich hier vorerst nicht mehr und der See lief quasi aus.

Kīlauea, Hawaii (USA)

Der Kīlauea weist gleich zwei Lavaseen auf, die beide in 2018 überliefen und die beiden Orte Leilani und Kaphoho weitgehend zerstörten, bevor die Lava ins Meer floss.

Masaya (Nicaragua)

In direkter Nachbarschaft zur gleichnamigen Stadt mit etwa 150.000 Einwohnern befindet sich der Vulkan Masaya, der ebenfalls einen Lavasee aufweist. Er wurde von den ersten spanischen Konquistadoren auch als Höllenschlund bezeichnet.

Marum und Benbow (Insel Ambrym, Vanuatu)

Mitten im Pazifik besteht der Inselstaat Vanuatu vor allem aus vulkanischen Inseln. Gleich zwei der Krater weisen einen größeren Lavasee auf. Beide liefen im Dezember 2018 aus, wobei vermutlich ein Teil der Lava unterirdisch abfloss. Auf der Insel Ambrym leben etwa 7.000 Menschen.

Mount Erebus (Antarktis)

Island

Vulkan Bardarbunga mit Lavafeld auf der Insel Island

Das Holuhraun-Lavafeld  im Bereich des Vulkans Bardarbunga auf Island gehört nicht zu den echten Lavaseen. Es entstand durch Spalteneruptionen, wodurch sich seit dem Oktober 2014 ein 400 x 100 Meter großes Lavafeld bildete.

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