Sonne wieder aktiver?

Schon seit vier Wochen zeigen sich – wie so oft in den vergangenen Monaten und Jahren – keine Sonnenflecken auf der von der Erde aus sichtbaren Sonnenscheibe. Dies könnte sich nun ändern, da am Ostrand der Sonnenscheibe einiges in Bewegung ist. Damit könnte auch die Wahrscheinlichkeit auf erdgerichtete Sonnenstürme wieder ansteigen mit der geringen Chance, auch mal wieder in Mitteleuropa Polarlichter sehen zu können.




Sehr eindrucksvoll zeigt der die Animation der Satellitenbilder (Quelle: NASA), wie sich die Sonnenfleckengruppe dem Nordostrand (links oben) der sichtbaren Sonnenscheibe nähert.

Bei komplexer Magnetfeldanordnung im Bereich der Sonnenflecken können mit starken Ausbrüchen große Massen ins Weltall geschleudert werden und bei erdgerichteten Sonnenstürmen auf das Erdmagnetfeld treffen. Hier können einerseits Schäden unter anderem an Satelliten auftreten, aber es werden auch faszinierende Polarlichter ausgelöst, die sogar in Deutschland sichtbar sein können.

Größere Sonnenflecken können auch von der Erde aus beobachtet werden, aber VORSICHT bei der Beobachtung: Niemals ohne ausreichenden Schutz in die Sonne sehen, auch nicht mit astronomischen Instrumenten! Mehr zu den Polarlichtern auch hier: http://www.naturgewalten.de/aurora.htm und in der Polarlicht-Galerie mit vielen Fotos aus dem deutschsprachigen Raum: http://www.naturgewalten.de/aurorapics.htm

Das Satellitenbild der NASA zeigt die beiden Sonnenfleckengruppen, von denen sich eine der Mitte der sichtbaren Sonnenscheibe nähert. Sie weist aber einen so genannten Canyon auf, wird also derzeit in zwei Sonnenflecken aufgespalten und zerfällt möglicherweise bald. In den vergangenen Tagen war das Magnetfeld innerhalb dieser Fleckengruppe relativ komplex, was die Wahrscheinlichkeit für Sonnenstürme erhöhte. Dies könnte sich nun ändern und die Wahrscheinlichkeit für farbenprächtige Polarlichter in Deutschland sinkt wieder.

Im Bereich der Sonnenflecken werden in Ausbrüchen mit den CMEs (= koronale Massenauswürfe) Teilchen ins All geschleudert. Befinden sich die Flecken etwa in der Sonnenmitte, sind diese Stürme oftmals in Richtung Erde gerichtet. Hier treffen sie nach 1-3 Tagen auf das Erdmagnetfeld, wo sie auf andere Teilchen stoßen, die sie auf ein höheres Energieniveau bringen und dabei zum Leuchten anregen.

Etwa alle 11 Jahre häufen sich die Sonnenflecken, in großen Ausbrüchen werden riesige Mengen an Teilchen ins All geschleudert. Dabei können wir auch in mittleren Breiten ab und zu ein Polarlicht beobachten. Ein Maximum war 1989, ein Doppelmaximum im April 2000 und Ende 2001, das nächste folgte im Jahre 2014, es war aber deutlich schwächer ausgeprägt. Große Ausbrüche treten aber auch noch in den Jahren nach einem Maximum auf. Derzeit befinden wir uns im Bereich eines deutlich ausgeprägten Sonnenfleckenminimums. Dies zeigt auch die Verteilung der sonnenfleckenlosen Tage in den vergangenen Jahren. Während des Fleckenminimums ist der Anteil der fleckenlosen Tage sehr hoch, häufig zeigen sich monatelang gar keine Sonnenflecken.

Fleckenlose Tage seit 2006, Quelle: Spaceweather.com (Stand: 29.05.2020)

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