Sonniger, trockener und warmer Frühling

Nach einem gebietsweise noch recht nassen, aber auch überwiegend sonnigen März folgten zwei verbreitet sehr trockene Monate, in denen in einigen Landesteilen kaum Regen fiel. Insgesamt war der Frühling 2020 deutlich trockener, sonniger und auch etwas wärmer als im langjährigen Mittel.




Der Mai 2020 lag bei den Temperaturen etwa im Bereich des langjährigen Mittels, in vielen Regionen sogar leicht darunter. Zufällig genau zu den Eisheiligen gab es einen sehr kühlen Witterungsabschnitt mit verbreiteten Nachtfrösten. Den tiefsten Wert meldete am Morgen des 12. Mai Neuhaus am Rennweg (Thüringen) mit -5,1 Grad. Etwa eine Woche später beherrschte ein Hochdruckgebiet mit warmer Luft das Wetter, im Westen und Südwesten wurden vielerorts Sommertage mit 25,0 Grad und mehr registriert. In weiten Landesteilen war der Mai sehr trocken. In Düsseldorf fielen mit gerade mal 10 Liter pro Quadratmeter nur etwa 15 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags. Die Sonne schien im Westen und Südwesten Deutschlands bis zu 40 Prozent länger als im Mittel, nach Nordosten und Osten hin war es dagegen grauer.

Temperaturen im Frühling 2020, Abweichungen zum Mittel 1961-90, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 war der Frühling 2020 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes meist 1 bis 2,5 Grad wärmer als im Mittel. Betrachtet man die wärmere Periode von 1981 bis 2010, lagen die Abweichungen mit 0,5 bis 2 Grad etwas niedriger.

Frühlingstemperaturen seit 1881, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Das Deutschlandmittel lag im Frühling 2020 bei 9,2 Grad und damit im oberen Drittel der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe.

Niederschläge im Frühling 2020, Abweichungen zum Mittel 1961-90, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

In vielen Regionen kam im Frühling 2020 nicht einmal die Hälfte des langjährigen Mittelwertes zusammen. Besonders trocken war wieder einmal der Monat April, in dem gebietsweise fast gar kein Regen fiel. Damit trockneten die Böden nach dem nassen Jahresstart rasch wieder aus, die Waldbrandgefahr stieg an und die Pegelstände der meisten Flüsse sanken deutlich ab. Am Oberrhein lagen die Wasserstände bereits im Bereich der bisherigen Tiefststände für diese Jahreszeit.

Frühlings-Niederschläge seit 1951, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Im Deutschlandmittel kamen im Frühling 2020 nur 101 Liter pro Quadratmeter zusammen. Trockener war es nur im Frühling der Jahre 2011 und 1893.

Sonnenscheinstunden im Frühling 2020, Abweichungen zum Mittel 1961-90, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Die Sonne schien im Frühling deutlich länger im langjährigen Mittel und übertraf damit das bisherige Rekordfrühjahr 2011.

Frühlings-Sonnenstunden seit 1951, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Titelfoto: Achim Otto

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