Update zu Trockenheit und Niedrigwasser

Die anhaltende Hochdrucklage erinnert derzeit mehr und mehr an die Dürre im Sommer 2018. Neben den üblichen Gefahren wie Trockenheit, hohe Waldbrandgefahr und Auswirkungen durch die Hitze machen sich allmählich auch die niedrigen Pegelstände der Flüsse und Stauseen bemerkbar. Viele Flüsse führen Niedrigwasser und auch die Wasserstände entlang des Rheins fallen derzeit sehr deutlich. Von einer kritischen Lage sind wir aber noch weit entfernt, zumal die niedrigsten Pegelstände meist erst im Herbst erreicht werden. Mit der aktuellen Hitze haben die Auswirkungen wie Waldbrandgefahr und Niedrigwasser übrigens wenig bis gar nichts zu tun, sondern vor allem mit der anhaltenden Trockenheit.




Im Juni führte der Bodensee noch Hochwasser, sodass die Pegelstände des Rheins wochenlang recht hoch waren, während die Nebenflüsse des Rheins sowie andere Flüsse im Land schon seit einiger Zeit niedrige Wasserstände aufweisen. Ohne nennenswerte Niederschläge ist nun der Bodenseepegel in Konstanz von 4,80 Meter Mitte Juni auf aktuell gerade mal noch 4,00 Meter gefallen. Damit liegt er mittlerweile etwa 20 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel zu dieser Jahreszeit. Dies wirkt sich auch schon auf den Rhein aus, wo in Worms noch ein Pegelstand von 138 Zentimetern gemessen wird. Dies liegt zwar noch mehr als einen Meter über dem Rekordstand von 2018, der sich aber erst Ende September einstellte. Aktuell ist das Wasser für die Jahreszeit in Worms mehr als einen Meter niedriger als im Mittel Ende Juli und liegt nur noch wenig über dem Rekord für diese Zeit. Entlang der Elbe gibt es schon seit Wochen streckenweise größere Probleme für den Schiffsverkehr. Die Oberweser kann nur durch große Wasserabgaben aus dem Edersee schiffbar gehalten werden.

Der Edersee in Nordhessen verliert durch die Abgabe an die Weser derzeit täglich rund 2 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Pegelstand lag am Mittwochmorgen bei knapp 236,93 Metern über NN und damit gut 8 Meter unter dem Mittelwert für den 24. Juli. Schaut man aber ein Jahr zurück, waren es am selben Datum nur 235,14 Meter. Damals fehlten schon fast 14 Millionen Kubikmeter mehr Wasser im drittgrößten Stausee Deutschlands. Die Talsperren im Einzugsbereich der Ruhr in Nordrhein-Westfalen bekommen kaum noch Zufluss, der Füllstand der Talsperren lag am Mittwochmorgen bei 81,6 Prozent, Tendenz weiter fallend. Besorgniserregend ist dies aber noch lange nicht. Im Harz sind die Stauseen noch zu 55 bis 80 Prozent gefüllt. Große Aussagekraft hat dies alles noch nicht, erst im Spätsommer oder Herbst könnte es an den Flüssen und Stauseen in Deutschland kritischer werden, wenn bis dahin keine bedeutenden Regenmengen mehr fallen sollten.

Niederschlagssummen bis zum Samstagabend aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Die Niederschlagsvorhersagen aus dem ICON-Modell lassen bis zum Samstagabend noch weite Teile Deutschlands trocken. Erste Schauer und Gewitter können schon am Freitag vereinzelt größere Regenmengen bringen, die aber nicht abflussrelevant sind. Ähnlich sieht es am Samstag aus, wenn im Südwesten schon etwas verbreiteter Gewitter auftreten können. Erst am Sonntag sind flächiger Regengüsse möglich. Ob diese die herrschende Trockenheit lindern oder sogar beenden, ist mehr als fraglich.

Die Böden sind zum Teil stark ausgetrocknet, was sich vor allem beim Mais zunehmend bemerkbar macht.

Titelbild und weiteres Foto: Achim Otto

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