Wechselhaft – am Wochenende neue Kaltluft?

Das kennen wir anders vom oft als „Wonnemonat“ bezeichneten Mai. Am Wochenende zeigten sich einige Regionen sogar im winterlichen Weiß. Mit den Temperaturen ging es seitdem zwar wieder etwas aufwärts, aber die Nächte sind weiterhin gebietsweise frostig. Und nun geistern auch schon Meldungen durch die Medien, dass am Wochenende der nächste Kaltluftvorstoß droht. Was ist dran an solchen Meldungen? Wo könnte es erneut schneien? Und was hat es mit den Eisheiligen auf sich?




Während Deutschland am Dienstag unter schwachem Zwischenhocheinfluss mit nur wenigen Schauern liegt, drehte sich das Sturmtief YUKON am Dienstagmorgen mit einer lehrbuchmäßigen Wolkenspirale vor Westeuropa ein bei einem Kerndruck von nur 977 Hektopascal. Das Tief bestimmt in den kommenden Tagen vorerst das Wetter in Mitteleuropa. Es lenkt feuchte, aber im Vergleich zu den vergangenen Tagen relativ milde Luftmassen nach Deutschland. Bis zum Donnerstag zieht es weiter zur Nordsee und am Freitag zum Nordmeer ab.

Signifikantes Wetter am Dienstagabend aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Am Mittwoch überquert das Regengebiet des Tiefs weite Teile Deutschlands. Dahinter können zum Abend im Westen in höhenkalter Luft sogar einzelne Gewitter auftreten.

Signifikantes Wetter am späten Mittwochnachmittag aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Am Donnerstag sieht es nicht viel anders aus. Höhenkalte Schauerluft bestimmt das Wetter in Deutschland, örtlich muss auch wieder mit Gewittern gerechnet werden.

Signifikantes Wetter am Samstagabend aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Während das Tief selbst abzieht, erfasst am Wochenende ein Randtief vor allem die Südhälfte Deutschlands mit Regen, in höheren Lagen der Alpen auch wieder mit Schnee. Die Zugbahn dieses Randtiefs ist natürlich noch sehr unsicher. Wo es weiter im Norden klar ist, kann sich in den Nächten wieder Bodenfrost einstellen.

Wetterlage am Samstagabend aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Die Wetterlage am Samstagabend mit dem kleinen Randtief über Süddeutschland. Langsam nähert sich von Westeuropa her ein Hochdruckgebiet. Damit könnte sich das Wetter ab Sonntag/Montag allmählich beruhigen. Dabei gibt es aber noch einige Unsicherheiten. Ab dem Wochenende erwarten uns nach dem Kalender die so genannten „Eisheiligen“, die aber in den vergangenen Jahren oft zu „Heißheiligen“ wurden mit Temperaturen, die eher an den Sommer denken ließen. Dass es im Mai immer mal wieder Kaltlufteinbrüche mit Nachtfrost geben kann, ist bekannt, aber diese erfolgen irgendwann im Monat und höchstens zufällig mal an den Tagen, die den „Eisheiligen“ zugerechnet werden. Übrigens lag der Schnee am 07. Mai 1957 im Sauerland bis zu 25 Zentimeter und in Oberstdorf sogar 35 Zentimeter hoch.

Niederschlagsmengen bis zum Sonntagmorgen aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Noch die erwarteten Niederschlagssummen aus dem ICON-Modell bis zum Sonntagmorgen. Abgesehen vom Norden kommt einiges zusammen, sodass auch die Flüsse und Stauseen zumindest regional wieder etwas aufgefüllt werden könnten. Immerhin liegen die Pegel zum Beispiel am Oberrhein derzeit nur wenig über den Rekordwerten für diese Jahreszeit und einige Flüsse führen sogar Niedrigwasser. Der Füllstand der Talsperren im Ruhreinzugsgebiet liegt derzeit bei gut 91 Prozent, der Edersee in Nordhessen ist ähnlich voll. Dagegen ist die Okertalsperre im Harz nur zu zwei Dritteln gefüllt.

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




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