Weitere Stürme drohen

Noch immer ist der Tropensturm ETA unterwegs, er hat inzwischen den Süden Floridas überquert und dreht sich auf dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko ein. Voraussichtlich trifft er auf die Westküste Floridas. Unterdessen braut sich südwestlich der Azoren möglicherweise der nächste Sturm zusammen und in einigen Tagen könnte auch in der Karibik ein neuer Sturm entstehen.




Animation der Satellitenbilder des Atlantiks, Quelle: Tropical Tidbits

Neben dem Sturm ETA bei Florida erkennt man deutlich das Tiefdruckgebiet mitten auf dem Atlantik. Es handelt sich um ein außertropisches Tief, das sich in den kommenden Tagen in einen Tropensturm umwandeln könnte.

Sturm ETA und weitere verdächtige Wettersysteme, Quelle: Tropical Tidbits

Auch in der Karibik ist eine neue Sturmbildung möglich, hier dauert es allerdings noch ein paar Tage länger und die Entwicklungschancen liegen nach Angaben des NHC bei 50 Prozent (orange). Dagegen sind sie bei den Azoren deutlich höher (rot in der Karte).

Entwicklungschancen der Wettersysteme auf dem Atlantik, Quelle: National Hurricane Center

Der entstehende Tropische oder auch Subtropische Sturm (mit nicht ausschließlich tropischen Eigenschaften) dürfte nach Osten bis Nordosten ziehen und sich in einigen Tagen dem Seegebiet zwischen den Azoren und den Kanaren nähern. Näheres muss man erst einmal abwarten.

Die herkömmliche Namensliste auf dem Atlantik ist längst aufgebraucht und die ersten griechischen Namen kamen zum Einsatz. Die nächsten Stürme würden ebenfalls Namen aus dem griechischen Alphabet bekommen und damit Theta, Iota etc. heißen.

Wir hatten den Fall schon einmal: Im Jahr 2005 kamen nach dem Durchlauf der Namensliste ebenfalls das griechische Alphabet zum Einsatz, die Stürme/Hurrikane hießen also Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Zeta. Man darf gespannt sein, bis zu welchem Buchstaben wir in diesem Jahr kommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Rekord mit 28 Stürmen aus dem Jahr 2005 überboten wird.

Ein Problem ergibt sich, weshalb für die Zukunft vielleicht ein neues Namenssystem für den Atlantik erstellt werden muss. Sind die Auswirkungen durch einen Sturm/Hurrikan besonders schlimm (viele Tote und/oder große Schäden) wird der Sturmname auf Antrag des betroffenen Staates aus den Listen gestrichen und nicht wiederverwendet. Was passiert, wenn nun ein Sturm mit einem Namen aus dem griechischen Alphabet gestrichen werden soll? Eine berechtigte Frage, die bisher nicht geklärt ist. Nach dem aktuellen Stand können solchen Namen nicht ausgemustert werden. Eine mögliche Lösung für die Zukunft wäre eine Hilfsliste mit Namen, die nur zum Einsatz kommen, wenn die herkömmliche Namensliste aufgebraucht ist.

Bisher bildeten sich in diesem Jahr 28 Tropische Stürme, von denen sich 12 zu Hurrikanen und mindestens 5 zu starken Hurrikanen entwickelten. Offiziell dauert die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik von Anfang Juni bis Ende November mit dem Höhepunkt in den Monaten von August bis Oktober. Im langjährigen Mittel werden etwa 12 Stürme registriert, davon 6 Hurrikane und davon drei starke Hurrikane mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 180 km/h und mehr. Die Hurrikansaison 2020 gehört zusammen mit 2005 zu den aktivsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Nicht gezählt wurde bisher ein möglicher Sturm vor Afrika: Zwischen den Kapverdischen Inseln und der afrikanischen Westküste hatte sich Ende Juli ein tropisches Tief gebildet, das zumindest kurzzeitig auch Sturmstärke erreicht haben dürfte. Beim darauf folgenden Update des National Hurricane Centers war der Sturm bereits wieder schwächer und bekam so keinen Namen. Möglicherweise wird dieser Sturm noch nach dem Ende der Saison zu der Liste für 2020 hinzugefügt.

Titelbild: Tropical Tidbits

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