2026: Sommer der Rekorde

Der Sommer 2026 geht in die Wettergeschichte ein und das nicht nur wegen extremer Temperaturen mit neuen Allzeitrekorden und anhaltender Dürre, sondern auch wegen einer historischen Tornadoserie am 19. August, wie sie zuvor in Deutschland noch nicht beobachtet wurde. Nach 2003 war der zurückliegende Sommer der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn, er war zudem ungewöhnlich trocken und sonnig. Die Folge waren Niedrigwasser in Flüssen und Stauseen mit Rekordpegelständen im Rhein, große Wald- und Flächenbrände sowie Ernteausfälle. Sehr ungewöhnlich war auch, dass bereits Ende Juni neue Hitzerekorde aufgestellt wurden. Der neue Spitzenreiter ist jetzt Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit einem Höchstwert von 41,8 Grad, gemessen am 27. Juni.



Wetter im August

Der dritte und damit offiziell letzte Sommermonat 2026 zeigte zwei Gesichter mit völlig unterschiedlichem Wetter. Nach der sonnigen, verbreitet sehr trockenen und sehr warmen bis heißen ersten Monatshälfte kam der große Rückschlag, der nach der Extremhitze für viele die Erlösung brachte. Mensch und Natur konnten wieder durchatmen. Allerdings waren damit häufig auch schwere Gewitter verbunden und am 19. August wurde in Deutschland die bisher größte Tornadoserie seit Aufzeichnungsbeginn registriert. Betroffen war unter anderem ein breiter Streifen von Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Brandenburg und Sachsen. Die Gesamtschäden dürften weit in die Millionen gehen. Die Bilanz des Monats fiel dennoch meist wämer, trockener und sonniger als im Mittel.

Der dritte und damit offiziell letzte Sommermonat 2026 zeigte zwei Gesichter mit völlig unterschiedlichem Wetter. Nach der sonnigen, verbreitet sehr trockenen und sehr warmen bis heißen ersten Monatshälfte kam der große Rückschlag, der nach der Extremhitze für viele die Erlösung brachte. Mensch und Natur konnten wieder durchatmen. Allerdings waren damit häufig auch schwere Gewitter verbunden und am 19. August wurde in Deutschland die bisher größte Tornadoserie seit Aufzeichnungsbeginn registriert. Betroffen war unter anderem ein breiter Streifen von Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Brandenburg und Sachsen. Die Gesamtschäden dürften weit in die Millionen gehen. Die Bilanz des Monats fiel dennoch meist wämer, trockener und sonniger als im Mittel.

Trotz der späten Regenfälle blieb der August in vielen Regionen trockener als im langjährigen Mittel. In der ersten Monatsende fiel in vielen Landesteilen von NRW bis nach Brandenburg überhaupt kein Regen. In Teilen Norddeutschlands kamen im August weniger als 20 Liter pro Quadratmeter zusammen. Die höchste Tagessumme meldete am 18. Kamen (NRW) mit 65,0 Liter pro Quadratmeter.

Vor allem im Süden war der August deutlich sonniger als im langjährigen Mittel. In einigen Teilen Süddeutschlands und in Sachsen schien die Sonne bis zu 280 Stunden und damit im Durchschnitt mehr als 9 Stunden pro Tag.

Der Sommer 2025 im Einzelnen:

Temperaturen im Sommer 2026, Abweichungen zum Mittel 1961-1990, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Besonders heiß verlief der Sommer im Südwesten mit einer Mitteltemperatur zum Teil über 22 Grad. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990 lagen die Temperaturen im Sommer 2026 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes im Südwesten und Süden verbreitet 4 bis 5 Grad höher, örtlich waren es sogar mehr als 5 Grad. Im Norden waren die positiven Abweichungen kleiner, lagen aber immer noch meist zwischen 2 und 3 Grad. Die größte Hitze stellte sich bereits Ende Juni ein, als an zahlreichen Wetterstationen Temperaturen von 40 Grad und mehr gemessen wurden. In dieser Zeit wurden fast täglich neue Rekorde verkündet. Die Hitze gipfelte in dem neuen Rekord von 41,8 am 27. Juni in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt). Auch die Nächte waren zu der Zeit oft ungewöhnlich warm. Vom 27. zum 28. Juni sank die Temperatur in Kubschütz (Sachsen) nicht unter 29,4 Grad – noch nie zuvor wurde in Deutschland ein so höher Tiefstwert gemessen. Im Juli und August war es im Norden meist nicht mehr so heiß, während im Süden die Hitzebelastung nahezu unverändert hoch blieb.

Temperaturen im Sommer seit 1881, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Das Deutschlandmittel lag im Sommer 2024 bei 19,6 Grad und damit nach dem Sommer 2003 auf Platz 2 der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe. Die Temperaturen lagen 2,1 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 (17,5 Grad) und 3,4 Grad über dem Mittel der Periode 1961-1990 (16,2 Grad).

Es folgt eine Liste mit den höchsten, vom 26. bis zum 28. Juni an offiziellen Stationen in Deutschland gemessenen Werten:

+41.8 Grad am 27.06.2026 in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt)
+41.7 Grad am 28.06.2026 in Coschen (Brandenburg)
+41.5 Grad am 28.06.2026 in Bad Muskau (Sachsen)
+41.5 Grad am 27.06.2026 in Frankfurt/Main-Bergen-Enkheim (Hessen)
+41.4 Grad am 27.06.2026 in Seehausen (Sachsen-Anhalt)
+41.4 Grad am 27.06.2026 in Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg)
+41.4 Grad am 27.06.2026 in Saarbrücken-Burbach (Saarland)
+41.3 Grad am 27.06.2026 in Genthin (Sachsen-Anhalt)
+41.3 Grad am 27.06.2026 in Bad Nauheim (Hessen)
+41.3 Grad am 26.06.2026 in Saarbrücken-Burbach (Saarland)
+41.2 Grad am 27.06.2026 in Frankfurt/Main-Westend (Hessen)
+41.1 Grad am 27.06.2026 in Frankfurt/Main-Flughafen (Hessen)
+41.1 Grad am 28.06.2026 in Klettwitz (Brandenburg)
+41.1 Grad am 27.06.2026 in Holzdorf (Brandenburg)
+41.1 Grad am 27.06.2026 in Andernach (Rheinland-Pfalz)
+41.1 Grad am 27.06.2026 in Trier-Zewen (Rheinland-Pfalz)
+41.0 Grad am 28.06.2026 in Baruth (Brandenburg)
+41.0 Grad am 28.06.2026 in Radebeul-Steinrücken (Sachsen)

Der Wert für Möckern-Drewitz wurde nachträglich wegen einer Datenlücke korrigiert. Sämtliche Werte sind bis zu einer gründlicheren Prüfung nur vorläufig.

Niederschläge im Sommer 2026, Abweichungen zum Mittel 1961-1990, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Die Regenbilanz konnte auch durch die eher nasse zweite Augusthälfte nicht mehr ganz gerettet werden. Nach monatelanger Trockenheit mit nur seltenem Regen fehlte sehr viel Wasser in den Flüssen. Im Rhein wurden die alten Niedrigwasserrekorde fast überall um 20 bis 25 Zentimeter unterboten. Im Flächenmittel fiel etwa ein Viertel weniger Regen als im Mittel. Im Rhein-Neckar-Gebiet kamen regional nur rund 70 Liter pro Quadratmeter zusammen. Die höchste Tagessumme des Sommers meldete am 29. Juni Deisenhofen bei München mit 102 Liter pro Quadratmeter.

Tornadoschäden in Ohrdruf (Thüringen) am 19.08.2026, Foto: Philipp Strößner

Bisher sind mehr als 30 bestätigte oder plausible, also sehr wahrscheinliche Tornados im Sommer 2026 bekannt. Dazu kommen etwa 90 Verdachtsfälle (Stand: 03.09.2026). Die Zahlen dürften sich aber noch deutlich erhöhen, da zahlreiche Fälle noch untersucht werden. Mindestens 16 Tornados sind bisher von der Unwetterlage am 19. August bekannt – so viele Tornados wurden in Deutschland noch nie an einem einzigen Tag registriert. Besonders betroffen war ein breiter Streifen von Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Brandenburg und Sachsen. Mehrere Verletzte wurden gemeldet, dazu Schäden in wahrscheinlich zweistelliger Millionenhöhe. Die Untersuchungen vieler Fälle an diesem Tag laufen noch. Sie erfolgen durch Torex, dem Tornado-Experten Verbund Deutschland, in dem neben der Tornadoliste unter anderem Experten des Deutschen Wetterdienstes, des ESSL mit der europäischen Unwetterdatenbank ESWD, der Tornado-Arbeitsgruppe, des Vereins TorKud und des Instituts für Meteorologie der Universität Karlsruhe vertreten sind.

Sonnenschein im Sommer 2026, Abweichungen zum Mittel 1961-1990, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Der Sommer 2026 gehört zu den 5 sonnigsten seit Beginn der Aufzeichnungen. In der Mitte und im Süden schien die Sonne 25 bis 50 Prozent länger als im Mittel, örtlich sogar noch etwas mehr. In Norddeutschland war es nicht ganz so sonnig, aber auch hier ergab sich ein deutlicher Überschuss an Sonnenstunden.

Titelbild: Thomas Sävert

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