Hurrikan ZETA trifft auf Yucatan

Der Tropensturm ZETA hat sich in der westlichen Karibik zum 11. Hurrikan der nordatlantischen Saison verstärkt. Aktuell weist er mittlere Windgeschwindigkeiten bis etwa 130 km/h auf mit noch stärkeren Böen. ZETA überquert wie bereits mehrere Vorgänger – zuletzt der Hurrikan DELTA – den Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatan und zieht weiter zum Golf von Mexiko und in Richtung US-Golfküste.




Animation der Satellitenbilder des Hurrikans ZETA, Quelle: Tropical Tidbits

Hoch reichende Gewitterwolken türmen sich an und vor der Ostküste der mexikanischen Halbinsel Yucatan auf. Der Sturm formiert sich immer mehr, ein Auge im Zentrum des Hurrikans ist aber noch nicht auszumachen.

Zugbahnvorhersage für den Hurrikan ZETA, Quelle: National Hurricane Center

Damit trifft erneut ein Hurrikan den Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatan und ZETA zieht danach über den Golf von Mexiko in Richtung USA. Über Yucatan dürfte sich der Hurrikan kurzzeitig abschwächen, er könnte sich aber über dem Golf von Mexiko neu formieren. So spät im Jahr ist das Wasser aber vor der US-Küste schon deutlich kühler, zudem wirken sich trockene Luft und ungünstige Höhenwinde aus. Damit wird ZETA voraussichtlich nicht mit voller Stärke auf den Süden der USA treffen. Dennoch drohen hier sowie auf Yucatan erhebliche Schäden durch den Wind, eine Sturmflut und heftige Regenfälle.

Die herkömmliche Namensliste auf dem Atlantik ist längst aufgebraucht und die ersten griechischen Namen kamen zum Einsatz. Die nächsten Stürme bekommen ebenfalls Namen aus dem griechischen Alphabet, heißen also Eta, Theta etc.

Wir hatten den Fall schon einmal: Im Jahr 2005 kamen nach dem Durchlauf der Namensliste ebenfalls das griechische Alphabet zum Einsatz, die Stürme/Hurrikane hießen also Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Zeta. Man darf gespannt sein, bis zu welchem Buchstaben wir in diesem Jahr kommen. Es kann sehr gut sein, dass der Rekord mit 28 Stürmen aus dem Jahr 2005 erreicht oder sogar überboten wird. Im Jahr 2005 entstand der Sturm Zeta erst Ende Dezember und hielt sich bis weit in den Januar 2006 hinein.

Ein Problem ergibt sich, weshalb für die Zukunft vielleicht ein neues Namenssystem für den Atlantik erstellt werden muss. Sind die Auswirkungen durch einen Sturm/Hurrikan besonders schlimm (viele Tote und/oder große Schäden) wird der Sturmname auf Antrag des betroffenen Staates aus den Listen gestrichen und nicht wiederverwendet. Was passiert, wenn nun ein Sturm mit einem Namen aus dem griechischen Alphabet gestrichen werden soll? Eine berechtigte Frage, die bisher nicht geklärt ist. Nach dem aktuellen Stand können solchen Namen nicht ausgemustert werden. Eine mögliche Lösung für die Zukunft wäre eine Hilfsliste mit Namen, die nur zum Einsatz kommen, wenn die herkömmliche Namensliste aufgebraucht ist.

Bisher bildeten sich in diesem Jahr 27 Tropische Stürme, von denen sich 11 zu Hurrikanen und 4 zu starken Hurrikanen entwickelten. Offiziell dauert die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik von Anfang Juni bis Ende November mit dem Höhepunkt in den Monaten von August bis Oktober. Im langjährigen Mittel werden etwa 12 Stürme registriert, davon 6 Hurrikane und davon drei starke Hurrikane mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 180 km/h und mehr. Die Hurrikansaison 2020 gehört zu den aktivsten seit Beginn der Aufzeichnungen. So viele Hurrikane wie 2020 gab es zuletzt vor 10 Jahren.

Nicht gezählt wurde bisher ein Sturm vor Afrika: Zwischen den Kapverdischen Inseln und der afrikanischen Westküste hatte sich Ende Juli ein tropisches Tief gebildet, das zumindest kurzzeitig auch Sturmstärke erreicht haben dürfte. Beim darauf folgenden Update des National Hurricane Centers war der Sturm bereits wieder schwacher und bekam so keinen Namen. Möglicherweise wird dieser Sturm noch nach dem Ende der Saison zu der Liste für 2020 hinzugefügt.

Titelbild: Tropical Tidbits

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