Extremes Niedrigwasser – kaum Linderung
Die wochenlange Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands wirkt sich bereits deutlich in den Pegelständen vieler Flüsse und Stauseen aus. Nachdem die vergangenen Monate alle trockener ausfielen als im Mittel, setzt sich die Reihe mit Hochdruckwetterlagen in Mitteleuropa fort. Auch ist der Zufluss von Schmelzwasser aus den Alpen fällt geringer aus als im Durchschnitt. Damit hat sich in diesem Jahr ungewöhnlich früh bereits extremes Niedrigwasser eingestellt, im Oberrhein fehlen schon etwa 1,5 bis 2 Meter zum durchschnittlichen Wasserstand. Teilweise werden bereits die Tiefstmarken aus 30 Jahren deutlich unterboten. Und Abhilfe ist vorerst nicht wirklich in Sicht.
Am Pegel in Worms lag der Wasserstand am Dienstag mit 18 Zentimetern rund einen halben Meter unter dem Rekordwert der Periode 1980 bis 2025 für diese Jahreszeit und mehr als 1,5 Meter unter dem Mittelwert. In den kommenden Tagen dürfte der Pegelstand hier vorübergehend leicht steigen, aber kaum mehr als 50 Zentimeter erreichen. Der Allzeitrekord vom 20. Oktober 2018 liegt bei 2 Zentimetern. Überlicherweise werden die Tiefststände im Rhein erst im Herbst gemessen, wenn der Schmelzwasserzufluss aus den Alpen deutlich nachlässt. Dort ist aber im vergangenen Winter deutlich weniger Schnee gefallen als im Mittel. Weiter flussabwärts sind die Wasserstände inzwischen auch deutlich unter die Mittelwerte gefallen. Auch zahlreiche andere Flüsse führen inzwischen recht wenig Wasser.
Wie sieht es an den Stauseen in Deutschland aus? Sehr unterschiedlich. Am Dienstagmorgen lag der Wasserstand des Edersees in Nordhessen 16,76 Meter unter dem Vollstau. Der Füllstand lag damit bei gut 32 Prozent. Im Einzugsgebiet der Ruhr in Nordrhein-Westfalen liegt der Füllstand der Talsperren mittlerweile bei knapp 86 Prozent mit leicht sinkender Tendenz. Im Harz ist die Okertalsperre dagegen nur zu knapp 75 Prozent gefüllt.

Die Wettermodelle rechnen bis zum kommenden vor allem im Osten und Süden Deutschlands einige Regenfälle, die allerdings nicht flächendeckend fallen. Damit verbunden ist eine Linderung der Trockenheit und ein vorübergehendes Ansteigen einiger Flusspegel. Im Nordwesten Deutschlands bleibt es wie in weiten Teilen Nordwesteuropas weitgehend trocken. Falls sich im weiteren Verlauf des Sommers erneut längere Hochdrucklagen einstellen sollten, sind durchaus neue Rekordwerte an vielen Pegeln möglich. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Einschränkungen für den Schiffsverkehr.
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