Polarlichter in ganz Mitteleuropa
Ein großes Polarlichtereignis war in den Nächten vom 19. zum 20. Januar und erneut vom 20. zum 21. Januar 2026 nicht nur in weiten Teilen Deutschlands, sondern auch in vielen Regionen weltweit deutlich sichtbar. Tausende Polarlichtbilder auch aus mittleren und niedrigeren Breiten gehen um die Welt. Es war damit eines der größten Polarlichtereignisse der vergangenen Jahrzehnte.

Die auslösende Sonnenfleckengruppe wies ein sehr komplexes Magnetfeld auf, auch wenn sie nicht zu den größten der vergangenen Monate gehörte. Von hier aus wurden gewaltige Massen an Teilchen ins Weltall gesachleudert. Ist ein solcher Sonnensturm mehr oder weniger erdgerichtet, sind Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld und damit auch Polarlichter in mittleren Breiten möglich.

Der Röntgenstrahlenfluss der Sonne aus minütlichen Satelliten-Daten (GOES). Die logarithmische Energieskala (in Watt/Quadratmeter) reicht je nach Stärke des Ausbruchs von A über B, C und M bis nach X, unterteilt in je 10 Teilstrichen. Sie ist ähnlich aufgebaut wie die Richter-Skala für Erdbeben, ein X1 ist also schon zehnmal so stark wie ein M1. Ab M5.0 spricht man von Major Flare. Der Ausbruch am Abend des 18. Januar erreichte die Stärke X1.9.


Die Sonnenwinddaten zeigen die Ankunft am vorgelagerten ACE-Satelliten mit einem Anstieg der Sonnenwindgeschwindigkeit (gelbe Linie) zeitweise auf mehr als 1.000 Kilometer pro Sekunde. Auch die Teilchendichte stieg zeitweise an. Man spricht auch von der Ankunft – oder dem Einschlag – der Schockfront, dem Vorderrand der Teilchenwolke.

Polarlichtbilder liegen aus vielen Teilen Deutschlands vor, ebenso aus den Nachbarländern. Die Farben rot, grün und violett waren vorherrschend.
Titelbild: Paul Bademeister
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