Diese Hurrikannamen von 2018 werden ausgemustert

Die atlantische Hurrikansaison 2018 war sehr aktiv mit zwei herausragenden Hurrikanen, deren Namen auch bei uns in Europa durch die Medien gingen. Der Hurrikan FLORENCE traf im September auf die Ostküste der USA, es gab Dutzende Tote und Schäden in Milliardenhöhe. Im Oktober erreichte der extreme Hurrikan MICHAEL den Nordwesten Floridas. Er war hier der bisher stärkste beobachtete Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen und gehört zu den stärksten bisher in den gesamten USA. Die Auswirkungen sind noch heute sehr schlimm, wir berichteten vor kurzem. Beide Namen wurden nun ausgemustert, sie dürfen in Zukunft nicht mehr für Hurrikane verwendet werden.




Vorläufige Zugbahnkarte 2018, Quelle: NHC

Die nordatlantische Hurrikansaison 2018 endete offiziell am 30. November, sie brachte mehr Stürme hervor, als im langjährigen Mittel zu erwarten sind. Davon blieben einige auf dem offenen Atlantik, mehrere trafen aber auf Karibische Inseln oder das amerikanische Festland mit teils verheerenden Folgen. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben. Insgesamt wurden 15 Tropische Stürme registriert, dazu kam eine Tropische Depression, die sich nicht zu einem Sturm verstärken konnte. Von den 15 Stürmen verstärkten sich 8 Stürme zu Hurrikanen, von denen 2 die Stufe 3 oder mehr auf der Saffir-Simpson-Hurrikanskala erreichten. Im langjährigen Mittel werden 11 Stürme beobachtet, davon 6 Hurrikane, von denen 2 bis 3 zu starken Hurrikanen werden.

Hurrikan Florence, Hurrikan Helene und Sturm Isaac, Quelle: NASA
Nahansicht Hurrikan Florence, Quelle: NASA

Im September erreichte der Hurrikan FLORENCE vor der US-Ostküste die zweithöchste Kategorie 4 der Hurrikanskala. Bevor er auf die Küste von North und South Carolina traf, schwächte er sich zwar deutlich ab, richtete dennoch an der US-Ostküste schwere Schäden in Milliardenhöhe an. In den Bundesstaaten North und South Carolina sowie in Virginia starben mindestens 37 Menschen.

Hurrikan Michael an der Küste Floridas, Quelle: NASA

Der stärkste und folgenreichste Hurrikan der Saison 2018 war MICHAEL, der sich in der nordwestlichen Karibik bildete und innerhalb weniger Tage zu einem gefährlichen Hurrikan wurde, der schließlich auf den Nordwesten Floridas traf. Hier war er der stärkste Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit Windgeschwindigkeiten bis etwa 250 km/h bei einem Kerndruck von 919 Hektopascal war MICHAEL zugleich der viertstärkste Hurrikan, der seit 1851 die US-Küste getroffen hat. Durch die Sturmflut wurden ganze Orte verwüstet und in Mexico Beach blieben nur wenige Häuser stehen. Es wurden Dutzende Tote gemeldet, die genaue Zahl steht aber wegen zahlreicher Vermisstenfälle nicht fest. Die Schäden dürften im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Außergewöhnlich war auch, dass MICHAEL noch weit im Landesinnern ein starker Hurrikan war, der selbst den Bundesstaat Georgia noch mit Hurrikanstärke erreichte.

Es folgt eine Übersicht mit allen Tropischen Depressionen, Tropischen Stürmen und Hurrikanen der nordatlantischen Hurrikansaison 2018:

Nr. TS/H Name Kat. Zeit Wind Druck Landfall Tote Schäden
1 T.S. ALBERTO 25.05.-29.05. 100 990 Kuba, Nordwestflorida 4 n.bek.
2 H BERYL 1 05.07.-15.07. 130 994
3 H CHRIS 2 06.07.-12.07. 165 970 (North Carolina) 1
4 T.S. DEBBY 07.08.-09.08. 85 1000
5 T.S. ERNESTO 15.08.-18.08. 75 999
6 H FLORENCE 4 31.08.-16.09. 220 939 North/South Carolina 37 Mehrere Milliarden US-Dollar
7 T.S. GORDON 03.09.-05.09. 95 997 Lousiana, Mississippi n.bek. n.bek.
8 H HELENE 2 07.09.-16.09. 175 966
9 H ISAAC 1 07.09.-15.09. 120 993 Kleine Antillen n.bek. n.bek.
10 T.S. JOYCE 12.09.-18.09. 85 997
12 T.D. ELEVEN 22.09.-23.09. 55 1007
11 T.S. KIRK 22.09.-28.09. 95 998 Kleine Antillen n.bek. n.bek.
13 H LESLIE 1 23.09.-13.10. 150 969 Portugal als Ex-Hurrikan n.bek. n.bek.
14 H MICHAEL 4 07.10.-12.10. 250 919 Florida, Georgia Zahlreiche Viele Milliarden US-Dollar
15 T.S. NADINE 09.10.-12.10. 100 997
16 H OSCAR 2 27.10.-31.10. 165 970

(Alle Angaben ohne Gewähr; T.D. = Tropische Depression / hat keine Sturmstärke erreicht, T.S. = Tropischer Sturm; Kategorie nach der Saffir-Simpson-Skala, maximaler Mittelwind in km/h, Druck = tiefster festgestellter Luftdruck im Zentrum in Hektopascal).

Auf dem Atlantik werden Namen tropischer Wirbelstürme ausgemustert (werden also nicht mehr für neue Stürme verwendet), wenn sie außergewöhnliche Schäden anrichten oder viele Tote fordern. Dies wird neben Pietätsgründen so gemacht, damit historische, bekannte Stürme aus der Vergangenheit nicht mit aktuellen Stürmen auf dem Atlantik verwechselt werden. Manchmal werden Namen aus anderen Gründen aus den Listen genommen wie kulturelle Erwägungen oder Politik. Ein betroffener Staat kann dazu einen Antrag stellen, über den im Frühjahr des Folgejahres bei einem Meeting der Weltorganisation für Meteorologie in Genf beraten wird. Bei dieser Tagung wurde nun beschlossen, die beiden Namen Florence und Michael auszusortieren.

Dass zwei Namen eines Jahres aussortiert werden, kommt häufiger vor. Im Jahr 2004 wurden gleich vier Namen ausgemustert und im Rekordjahr 2005 sogar fünf, darunter der verheerende Hurrikan KATRINA und der bisher stärkste registrierte Atlantikhurrikan WILMA. Seit Einführung der Namenslisten im Jahre 1953 wurden bisher insgesamt 89 Hurrikannamen ausgemustert.

Ein Überblick über die Satellitenbilder der Hurrikansaison 2018:

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




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