Immer noch Schneemassen am Alpenrand

So warm und fast schon frühlingshaft das Wetter derzeit in vielen Teilen Deutschlands auch ist, so gibt es immer noch ein paar Regionen, in denen viel Schnee liegt. Dazu gehören einzelne Mittelgebirge, vor allem aber der Alpenrand. Hier liegt der Schnee in einigen Tälern noch immer mehr als einen Meter hoch. Über der Schneedecke kühlt sich die Luft in den Nächten immer wieder sehr stark ab, während es tagsüber mit Sonnenschein sehr angenehm ist – abgesehen von schattigen Seitentälern.




Schneehöhen am Dienstagmorgen aus dem COSMO-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Die Schneehöhen am Dienstagmorgen aus dem COSMO-Modell. Nennenswerte Schneehöhen werden noch aus den Mittelgebirgen Harz, Thüringer Wald, Bayerischer Wald, Schwarzwald und Schwäbische Alb gemeldet, während am Alpenrand noch flächendeckend Schnee liegt. Die Modellkarte zeigt dabei noch genauer die Verteilung vor allem in Tälern ohne Schneehöhenmeldung.

Schneehöhen am Dienstagmorgen in Bayern aus dem COSMO-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Dies zeigt sich besonders deutlich am Alpenrand, wo zum Beispiel in Oberstdorf an der Station des Deutschen Wetterdienstes noch rund 50 Zentimeter Schnee registriert werden.

Wetterstation am Südrand von Oberstdorf im Allgäu

Die Wetterstation Oberstdorf des Deutschen Wetterdienstes befindet sich einige Hundert Meter südlich des Ortes. Es handelt sich aber um eine nicht dauerhaft besetzte Station.

Schneehöhenmessgerät an der Wetterstation Oberstdorf

Die Schneehöhe wird hier automatisch registriert, was allerdings in der Tallage ohne viel Wind durchaus plausibel sein kann. An Bergstationen macht eine automatische Schneehöhenmessung gar keinen Sinn, wie man nach der Einstellung der händischen Messungen zum Beispiel auf dem Fichtelberg im Erzgebirge und auf dem Feldberg im Schwarzwald sieht.

Straße am Südrand der Gemeinde Oberstdorf

In Oberstdorf sieht man entsprechend noch die Schneeberge nach den massiven Schneefällen zu Beginn des Jahres und nach dem Nachschlag am 11. Februar. Die Straßen und Wege sind geräumt und im Zentrum von Oberstdorf wurden zum Teil sogar die größeren Schneeberge entfernt. Die Schneedecke außerhalb des Ortes sackt langsam, aber sicher zusammen von etwa 80 Zentimeter nach den Schneefällen am 11. Februar auf inzwischen etwa 50 Zentimeter.

Schnee am Oytalhaus im Oytal, südöstlich von Oberstdorf

Wandert man aus dem Ort in die Seitentäler des Allgäu, gelangt man in eine Winterlandschaft mit Schneehöhen, die deutlich höher sind. In Birgsau liegt der Schnee noch fast einen Meter hoch, im Oytal sogar 1,10 bis 1,20 Meter. Gartentische und Gartenstühle neben einer Schneewand geben ein kurioses Bild ab.

Im Ort Baad am Ende des Kleinwalsertals

Noch mehr Schnee liegt im oberen Bereich des Kleinwalsertals, das zwar eigentlich zu Österreich gehört, aber nur von Oberstdorf aus erreichbar ist. Am Ende des Tals im Ort Baad beträgt die Schneehöhe rund 1,50 Meter. Ähnlich sieht es in anderen Regionen am Alpenrand aus, wie es schon die obige Schneehöhenkarte aus dem Modell erahnen lässt. Knapp einen Meter hoch liegt der Schnee noch in Reit im Winkl und in einen Tälern in der Region liegt noch deutlich mehr.

Die warme, aber trockene Witterung kann dabei dem Schnee nur wenig anhaben. Die Schneedecke schrumpft von Tag zu Tag nur wenig, trotz teils zweistelliger Plusgrade am Tage. Nach frostigen Nächten verdunstet tagsüber bei anhaltendem Sonnenschein nur ein kleiner Teil des Schnees, der die sehr trockene Luft direkt darüber stark abkühlt. Vor allem bei Wanderungen in schattigen Lagen merkt man deutlich die kühlende Wirkung der Schneedecke.

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




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