Klimakonferenz in Katowice startet

Am Sonntag (02.12.) startet im polnischen Katowice (deutsch: Kattowitz) die 24. UN-Klimakonferenz, bei der bis zum 14. Dezember 190 Staaten über die Umsetzung des Pariser Weltklimaabkommens aus dem Dezember 2015 verhandeln. Damals wurde die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich weniger als 2 Grad unter dem vorindustriellen Niveau von den 196 Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention beschlossen. Das Abkommen wurde von allen Staaten ratifiziert, wobei die Präsidenten der USA und Brasiliens inzwischen den Ausstieg ankündigten. In Katowice soll nun ein im November 2017 in Bonn vereinbartes Regelbuch umgesetzt werden.




Temperaturanstieg seit 1880 im Vergleich zum Mittel der Jahre 1951-1980, rot: 5jähriges Mittel, Quelle: NASA

Erst kürzlich erschien der jährliche Bericht der Vereinten Nationen zum Ausstoß von Treibhausgasen (Emissions Gap Report).  Darin heißt es, dass das Ziel, die Erwärmung auf 2 Grad bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu beschränken, noch erreicht werden könnte. Um die im Pariser Abkommen vereinbarten Ziele zu erreichen, müssten die Anstrengen der einzelnen Staaten aber deutlich erhöht werden. Ändert sich nichts, wird die globale Erwärmung bei gut 3 Grad liegen mit voraussichtlich katastrophalen Folgen. Nach drei relativ stabilen Jahren stieg der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid im Jahre 2017 wieder deutlich an und lag bei 53,5 Gigatonnen (Milliarden Tonnen). Dies ist nicht nur eine gigantische Zahl, sondern auch ein neuer Höchststand.

Kohlekraftwerk in NRW.

Während die Weltwirtschaft immer weiter wächst, nimmt der Energieverbrauch der Menschheit kaum ab, in vielen Ländern steigt er sogar an. Ein erheblicher Anteil des Stroms wird durch Kohlekraftwerke erzeugt – auch in Deutschland. Auch hier ist das Erreichen der Ziele aus dem Pariser Abkommen noch längst nicht gesichert.

Bisheriger Temperaturanstieg seit 1900 und Szenarien für die Zukunft je nach Stärke des weiteren Ausstoßes von Kohlendioxid, Quelle: IPCC

Die globale Erwärmung beträgt in den vergangenen 100 Jahren rund 1 Grad. Dies hört sich auf den ersten Blick nicht allzu viel an, ist aber global gesehen ein enormer Anstieg. Die Gründe dafür – darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig – dürften überwiegend in der Industrialisierung durch den Menschen liegen. Allerdings gibt es auch einzelne andersdenkende Wissenschaftler, die oft auch als „Klimaskeptiker“ bezeichnet werden. Der mögliche Einfluss der Sonnenaktivität ist dabei noch nicht vollständig erforscht. Allerdings konnte in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid zur Klimaerwärmung hergestellt werden.

Hurrikan MARIA im September 2017, Quelle: NOAA

Die Folgen der Klimaerwärmung sind noch längst nicht ausreichend erfasst. Beobachtet wird ein globaler Meeresspiegelanstieg, der sich in den 1990er Jahren deutlich beschleunigte und seit 1870 bis heute etwa 25 Zentimeter beträgt. Für Landflächen und Inseln, die sehr tief liegen, wird dies bei weiterem Anstieg zu einer sehr großen Gefahr. Auslöser sind die thermische Ausdehnung des Wassers selbst und das Abschmelzen von Gletschern und polaren Eismassen. Auch können Sturmfluten höher auflaufen als früher. Die meisten Experten rechnen zudem mit einer Zunahme extremer Wetterlagen. In den 20 Jahren seit 1997 hat sich nach einem Bericht des UN-Büros für Katastrophenvorsorge (UNISDR) die Zahl der klimabedingten Katastrophen wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen und Brände nahezu verdoppelt. Mehrere extreme tropische Wirbelstürme in 2017 und 2018 legten den Schluss nahe, dass sich Hurrikane, Taifune und Zyklone durch die Klimaerwärmung noch stärker entwickeln können – wir berichteten.

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




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