Milder Winter mit Schneeeinlagen

Auch der Winter 2025/26 fiel milder aus als im langjährigen Mittel, es war bereits der 15. Winter in Folge mit überdurchschnittlichen Temperaturen. Allerdings stellten sich vor allem im Januar auch winterliche Abschnitte mit Schnee und Frost ein – dies besonders im Norden und Nordosten Deutschlands. Gebietsweise wurden so viele Tage mit einer Schneedecke gezählt wie seit 15 Jahren nicht mehr. Der Winter endete furios mit vorfrühlinghaftem Wetter: Am 27. Februar wurde vielerorts die 20-Grad-Marke geknackt und der bisherige, bundesweite Temperaturrekord nur denkbar knapp verfehlt. Insgesamt war der Winter nicht nur milder, sondern auch größtenteils trockener und trotz des eher trüben Februar sonniger als im Mittel.



Februar 2026

Der Februar 2026 war geprägt von extremen Gegensätzen: In der ersten Woche hielt sich besonders im Norden und Nordosten noch winterliches Wetter mit Schnee und Dauerfrost, erst in der zweiten Monatshälfte taute die Landschaft auf, das Eis in den Gewässern hielt sich in vielen Regionen aber noch bis zum Monatsende. Die zweite Monatshälfte erinnerte eher an den April mit Höchstwerten bis 23 Grad. Insgesamt war der Februar durch das Vorfrühlingswetter zum Monatsende sehr mild, aber auch nass und überwiegend grau.

Mit einer deutschlandweiten Temperatur von 2,9 Grad lag der Februar 1,4 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 (1,5 Grad) und 2,5 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990 (0,4 Grad). Er liegt damit im oberen Mittelfeld in der bis 1881 zurückreichenden Statistik. Dabei ergab sich ein Gefälle zwischen der sehr milden Südwesthälfte und dem deutlich kälteren Nordosten, wo sich in den ersten drei Wochen des Monats winterliches Wetter hielt. Dort wurde am 19. in Dörnick (Kreis Plön, Schleswig-Holstein) mit -16,6 Grad der bundesweit tiefste Wert des Monats gemessen. Danach setzt sich von Frankreich her sehr milde Luft durch und zum Monatsende erinnerten die Temperaturen eher an die zweite Aprilhälfte.

In weiten Landesteilen fiel im Februar 2026 mehr Regen als im langjährigen Mittel. Besonders im Süden und Westen kamen verbreitet große Regenmengen zusammen. In Staulagen des Schwarzwaldes und der Alpen wurden örtlich mehr als 300 Liter pro Quadratmeter gemessen. Am 12. Februar meldete die Station Baiersbronn-Mitteltal im Schwarzwald mit 74,7 Liter die höchste Tagessumme des Monats. Das ist mehr als das Doppelte der Summe, die vielerorts im Nordosten Deutschlands fiel. Zum Monatsende stellte sich vor allem im Süden und entlang des Rheins eine Hochwasserlage ein, die allerdings keine extreme Ausmaße annahm.

Ganz anders als in den ersten beiden Wintermonaten machte sich die Sonne rar. Im deutschlandweiten Flächenmittel fehlten rund ein Viertel der durchschnittlichen Sonnenstunden. Nach zahlreichen trüben Tagen wurden zum Monatsende noch einige Sonnenstunden registriert, die aber den grauen Eindruck nur teilweise ausgleichen könnten. Am sonnigsten war es am Alpenrand und in einigen Mittelgebirgen.

Der Winter 2025/26 im Einzelnen:
Temperaturen im Winter 2025/26, Abweichungen zum Mittel 1991-2020, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lagen die Temperaturen im Winter 2025/26 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes leicht über den langjährigen Mittelwerten. Verglichen mit der kühleren Periode 1961-1990 war es allerdings deutlich milder. Es war ein wechselhafter Winter mit sehr unterschiedlichen Witterungsabschnitten. Der Januar war im deutschlandweiten Flächenmittel der kälteste seit 2017 und an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie in den Binnengewässern wurde der Schiffsverkehr durch Eisbildung zum Teil erheblich behindert. Die tiefste Temperatur des Winters wurde am Morgen des 06. Januar in Oberstdorf mit -21,7 Grad gemessen. Ende Februar taute auch der Nordosten auf und am 27. meldeten die Wetterstationen an der mecklenburgischen Ostseeküste Temperaturen bis 17 Grad – ein kurioses Bild mit dem noch vorhandenen Eis. Frühlingshaft warm war es in weiten Landesteilen. Die 20-Grad-Marke fiel unter anderen in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Zahlreiche Stationen meldeten neue Februarrekorde. In Ohlsbach im Ortenaukreis (Baden-Württemberg) wurde ein Höchstwert von 23,0 Grad gemessen. Der bisherige Rekord stammt vom 26. Februar 1900, als in Arnsberg im Sauerland mit Föhnunterstützung 24,5 Grad gemessen wurden, gefolgt von 23,1 Grad in Jena am selben Tag.

Temperaturen im Winter seit 1881, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Das Deutschlandmittel lag im Winter 2024/25 bei 1,8 Grad und damit im Mittelfeld der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe. Die Temperaturen lagen 0,4 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 (1,4 Grad) und 1,6 Grad über dem Mittel der Periode 1961-1990 (0,2 Grad).

Niederschläge im Winter 2025/26, Abweichungen zum Mittel 1991-2020, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Der Winter 2025/26 war in den meisten Regionen ausgesprochen trocken. Im deutschlandweiten Flächenmittel kamen nur etwa drei Viertel der durchschnittlichen Mengen zusammen. Damit war es der trockenste Winter seit neun Jahren. Einen großen Anteil daran hatte der Dezember und auch der relativ nasse Februar konnte das Defizit bei weitem nicht mehr ausgleichen. Am wenigsten Niederschlag fiel dabei im Nordosten Deutschlands. Dagegen kamen im Schwarzwald örtlich mehr als 500 Liter pro Quadratmeter zusammen und Baiersbronn-Mitteltal meldete dort am 12. Februar mit 74,7 Litern pro Quadratmeter die deutschlandweit höchste Tagessumme.

Entgegen dem rückläufigen Trend war es vor allem im Nordwesten und Norden in vielen Regionen der schneereichste seit 2010. Im Dezember 2025 fiel in den meisten Landesteilen zumindest in tiefen Lagen fast gar kein Schnee. Erst zum Monatsende legte sich eine meist dünne Schneedecke vor allem über den Süden und Südosten des Landes. Selbst auf der Zugspitze wurden am 31.12. lediglich 87 Zentimeter Schnee gemessen. Im Januar änderte sich das Bild: Schnee lag im höheren Bergland praktisch den ganzen Monat hindurch. In tiefen Lagen war ab dem 02. Januar nahezu das gesamte Land verschneit. Am 04./05. Januar war die Schneedecke im Landkreis Cuxhaven örtlich mehr als 20 Zentimeter hoch. Eggebek im nördlichen Schleswig-Holstein meldete am 08. eine Schneehöhe von 30 Zentimetern und stellenweise soll noch mehr Schnee gelegen haben. Um den 10. wurden auch in Niedersachsen Schneehöhen bis etwa 30 Zentimeter registriert. Der Schnee war in freien Lagen zum Teil stark verweht und zahlreiche Straßen waren nicht mehr passierbar.

 

Schaut man sich die Tage mit einer geschlossenen Schneedecke an, war es im Nordwesten Deutschlands der schneereichste Januar seit 2010. Zur Monatsmitte taute der Schnee im Tiefland und in den meisten westlichen Mittelgebirgen nahezu vollständig ab. Erst ab dem 25. Januar wurde die Landschaft abgesehen vom äußersten Westen und Südwesten wieder in dickes Weiß gehüllt. In Ebrach im bayerischen Landkreis Bamberg wurde am 27. Januar eine Schneehöhe von 36 Zentimeter gemessen. In der ersten Februarwoche hielt sich abgesehen vom Westen und Südwesten in den meisten Regionen die Schneedecke, danach verschwand diese in tiefen Lagen nahezu komplett. Zur Monatsmitte wurde es zuerst im Norden, wenig später fast im ganzen Land zeitweise wieder weiß. Bei teils zweistelligen Plusgraden war die Schneedecke allerdings ab dem 21./22. Februar bis auf die höchsten Lagen Geschichte.

Tornados oder Tornadoverdachtsfälle wurden im Winter 2025/26 nicht registriert. Zwar treten die meisten Tornados in Deutschland in Sommerhalbjahr auf, einzelne Fälle kommen aber auch in Winter vor.

Sonnenschein im Winter 2025/26, Abweichungen zum Mittel 1991-2020, Quelle: Deutscher Wetterdienst

Insgesamt war der Winter 2025/26 gebietsweise etwas sonniger als im langjährigen Mittel. Dies lag vor allem an dem zweitsonnigsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1951. Auch der Januar trug noch einiges zur Sonnenscheinbilanz bei, wogegen der Februar über längere Strecken fast ein Totalausfall war. Erst mit der vorfrühlingshaften Milderung zum Monatsende kamen doch noch einige Sonnenstunden zusammen.

Titelbild: Achim Otto

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