DLR_School_Lab – Dem Tornado auf der Spur

Anders als lange Zeit gedacht gehören Tornados zum Wettergeschehen in Mitteleuropa und damit auch in Deutschland. Von 30 bis 60 Tornados pro Jahr gehen wir Meteorologen aus, in manchen Jahren sind es noch deutlich mehr. Die Schäden durch Tornados in Deutschland gehen in jedem Jahr in die Millionen und es gab auch schon einige Tornadotote in Deutschland. Grund genug, sich näher mit den kleinräumigen, verheerenden Stürmen zu befassen. Und dass dies nicht nur sinnvoll ist, sondern auch Schülern Spaß machen kann, zeigt das Göttinger DLR_School_Lab, in dem schon Jugendliche dem Phänomen Tornado auf die Spur kommen können. Mit zwei „Tornadomaschinen“ werden im Schülerlabor des DLR rotierende Schläuche erzeugt und deren Auswirkungen in einem Windkanal des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht. Einzigartig ist auch der Tornado-Schutzraum-Simulator, in dem man live erleben kann, wie es sich anfühlt, in einen Tornado zu geraten.




Hauptziel der Tornadoforschung sind die Vorhersage von Tornados und ein funktionierendes Warnsystem. Dafür werden Tornados mit Satelliten, Radar und vor Ort von den Stormchasern erforscht. Man kennt dies vor allem aus den USA, aber auch bei uns in Deutschland gehören Tornados zum Wettergeschehen dazu und Sturmjäger versuchen die kleinräumigen Wirbel zu erfassen und den Wetterdiensten zu melden. Die andere Seite der Forschung findet im Labor am Göttinger DLR_School_Lab statt. In Zusammenarbeit des DLR mit der Wetter-AG des Felix-Klein-Gymnasiums wird hier spannende Tornadoforschung betrieben. Eine der beiden „Tornadomaschinen“ lässt in einem Windkanal in einer kleinen „Superzelle“ einen Tornado entstehen, der bis zu 2 Meter hoch ist und aufgebaute Modellhäuser zerstören kann. Dabei lassen sich die physikalischen Bedingungen für seine Entstehung messen.

 

Wie fühlt es sich in einem Schutzraum an den „touch down“ eines Tornados zu erleben? Im Tornadoschutzraum-Simulator können Schüler diesen „Ernstfall“ nachempfinden. Drinnen ist es wenig gemütlich: Schutzhelm, Säge und Klappspaten hängen hinter zwei schmalen Holzbänken. Im Regal stehen Erste-Hilfe-Kasten, Taschenlampe, Konservendosen und ein Batterie betriebenes Laptop für den Ernstfall. Der kommt schneller als gedacht. Eben noch scheint die Sonne durch die drei kleinen Sichtfenster, als das Laptop aufflackert: Eine Live-Reportage im TV: Ein Tornado hat gerade eine Kleinstadt zerstört. Zusammengestürzte Häuser, Menschen laufen durch die Trümmer. Dann wird das Bild schlechter, der Ton fällt aus – Rauschen… Jetzt kommt der „Twister“ auf uns zu! Zumindest einen kleinen Eindruck bekommt man im Simulator, was es heißt, wenn ein Tornado aufzieht.

Tornadoschutzraum-Simulator im Göttinger DLR_School_Lab

In dem Schülerlabor des DLR werden auch noch andere Themen untersucht, wobei die Luftfahrt-Forschung im Mittelpunkt steht: Wie fliegt ein Flugzeug? Warum schwingt eine Brücke? Wie entstehen Töne in der Mundharmonika? Wann ist Lärm für den Menschen schädlich? Wie platzt ein Luftballon? Im DLR_School_Lab Göttingen kann man die spannende Welt der Strömungs- und Flugphysik kennenlernen. Kinder und Jugendliche werden von erfahrenen Tutoren beispielsweise an die „Physik des Fliegens“ oder an die „Strömungsphysik“ herangeführt, ehe sie eigenständig spannende Experimente durchführen. Dabei stellt das DLR den Nachwuchsforschern das nötige Know-how sowie die technische Ausrüstung wie Hubschraubermodelle, Hochgeschwindigkeitskameras sowie Wind- und Wasserkanäle zur Verfügung. Dabei wird in Göttingen wichtige Forschung betrieben und Ingenieure des DLR entwickeln hier unter anderem das Flugzeug der Zukunft, das möglichst leise, sicher und schadstoffarm fliegen soll.

Lesen Sie mehr zum DLR_School_Lab Göttingen und zu den spannenden Experimenten, die dort durchgeführt werden. Hier geht es direkt zu den Tornadoexperimenten und zu den Ansprechpartnern im DLR_School_Lab Göttingen. Ist nun das Interesse geweckt ist, dann einfach mal bei der Teamassistentin des DLR_School_Lab Göttingen Swantje Neumann unter swantje.neumann@dlr.de melden.

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




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