Antarktis: Wie ein Eisfeld zerfällt

Mehr als ein Jahrzehnt hing ein riesiges Eisfeld an der antarktischen Küste fest, nun ist es komplett auseinandergefallen. Innerhalb weniger Tage stiftete das Seeeis von der Küste weg und zersplitterte in Tausende kleinere Schollen. Dabei nahm es direkt ein größeres Stück des Eisshelfs mit. Das zersplitterte Eisfeld war größer als das Saarland (2.570 Quadratkilometer).




Eisfeld nahe der Antarktischen Halbinsel am 16.01.2022

Die beiden Satellitenbilder wurden im Abstand von nur 10 Tagen mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Bord des NASA Terra and Aquasatellites aufgenommen, das erste am 16. Januar und das zweite am 26. Januar 2022.

Eisfeld nahe der Antarktischen Halbinsel am 26.01.2022

Wissenschaftler untersuchen noch die Ursache für den Zerfall des Eisfelds. Es ist zumindest ein Zeichen für warmes und nasses Wetter im antarktischen Sommer. Zudem könnten Föhnwinde dazu beigetragen haben, das Eisfeld zu destabilisieren. Eine Animation der Satellitenbilder lässt erahnen, dass unmittelbar vor und während des Eisfeldzerfalls starker ablandiger Wind wehte.

BIs zum Jahr 2002 wurde Gletschereis stark abgebremst, wenn es auf das Larsen B-Eisfeld traf. Dadurch hielten sich die Gletscher auf der Antarktischen Halbinsel länger als andere und konnten sogar etwas zulegen. Anfang 2002 brach plötzlich ein 3.250 Quadratkilometer großes Eisfeld ab. Damit strömte das Gletschereis wieder deutlich schneller in Richtung Meer. In den Folgejahren bildete sich jeweils im Winter dickes Neues, das aber im Sommer wieder abtaute. Seit Ende März fror der Bereich zu und das Eis blieb – bis in den Januar 2022. Wenn das Eisfeld im kommenden Winter nicht neu entsteht und im nächsten Jahr auch bleibt, könnte sich bei den Gletschern auf der Antarktischen Halbinsel ein größerer Gletscherschwund einstellen.

Leider ist der Blick der Satelliten auf die Region oft durch dichte Wolken versperrt, der Zerfall des Eisfelds muss sich aber in der Zeit vom 19. bis zum 21. Januar ereignet haben.

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