ISS: Rieseneisberg im Atlantik

Bei jeder Umrundung erreicht die Internationale Raumstation ISS ihren nördlichsten und südlichsten Punkt jeweils bei rund 52° nördlicher bzw. südlicher Breite. Am 02. Januar 2024 lag der südlichste Abschnitt der Flugbahn nah genug an der Antarktis, um die Raumstation direkt über einen riesigen Eisberg hinweg zu führen. In einem Projekt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit der NASA und den Universitäten Bonn und Bochum werden hier von Zeit zu Zeit interessante ISS-Fotos und Videos vorgestellt.



 

Das Video zeigt den tiefblauen Südatlantik sowie einige dichte Wolkenfelder. Nach kurzer Zeit kommt ein Eisberg in Sicht, dessen Ausmaße einer Insel gleichen. Mit rund 56 km Länge und etwa 33 km Breite ist er ein ungewöhnlich großes Exemplar. Die von diesem großen Eisberg abgebrochenen Eisberge sehen aus wie kleine Schneeflocken; jedoch sind sie bereits für sich genommen eher große Vertreter ihrer Art.

Etwa 1000 km südwestlich dieses Eisbergs befindet sich der derzeit größte Eisberg der Welt, bekannt als A23a. Er ist rund 3-mal größer als der Eisberg in der Aufnahme der ISS. A23a kalbte bereits im Jahr 1986 vom Filchner-Ronne-Schelfeis ab und verkeilte sich nahe der Antarktischen Küste Meeresboden, wo er für Jahrzehnte verharrte und in der kalten Luft überdauern konnte. Seit dem Jahr 2020 ist der Eisberg jedoch wieder in Bewegung und befindet sich aktuell nordöstlich der Antarktischen Halbinsel, wo er nun langsam abschmilzt. Mit ein wenig Glück lässt sich A23a in nächster Zeit auch von der ISS aus beobachten.

Die Kármánsche Wirbelstraße, benannt nach dem ungarisch-amerikanischen Ingenieur und Physiker Theodore von Kármán, entsteht, wenn eine Strömung auf ein Hindernis trifft. In diesem Fall sind die zum Teil über 2000 m hohen Kapverdischen Inseln die Auslöser für die Bildung der Wirbelstraße. Der Wind weicht um die Inseln herum aus und bildet dabei Wirbel, die sich dann in den Wolken manifestiere.

 

Flugbahn der ISS über dem Südatlantik am 02.01.2024, Quelle: Columbus Eye

Copyright Titelbild und Fotos: NASA/ KEPLER ISS

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