Sturmvorwarnung für Donnerstag

In einigen Medien werden schon seit Tagen Andeutungen gemacht zu einer möglichen schweren Sturmlage am kommenden Donnerstag (11.03.2021). Auch Windkarten mit Böen bis Orkanstärke geistern schon vor allem durch Social Media. Was ist nun dran an solchen „Horror-Szenarien“? Ja, es stellt sich tatsächlich zum Donnerstag eine Sturmlage in Mitteleuropa ein, aber wirklich dramatisch wird es aus heutiger Sicht nicht.




Wetterlage bis zum Freitag aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Die Großwetterlage in Europa stellt sich in den kommenden Tagen grundlegend um. Die Hochdruckzone über Mitteleuropa wird nach und nach abgebaut. Zunächst überquert in der Nacht zum Dienstag und tagsüber am Dienstag ein kleinräumiges Tief den Norden und die Mitte Deutschlands mit Regen und Schnee. Gleichzeitig entstehen auf dem Atlantik kräftige Sturmtiefs, die zum Nordmeer ziehen. An der Süd- bis Südostseite der Tiefs erfasst das Sturmfeld vor allem die Nordwesthälfte Deutschlands. Dabei wird mit südwestlicher Strömung milde Luft herangeführt.

Signifikantes Wetter am Dienstagmorgen aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Wo es in der Nacht zum Dienstag und am Dienstagvormittag genau schneien wird, ist noch unsicher. Dies hängt von der genauen Zugbahn des Tiefs ab, vor allem an der Nordost- und Nordseite des Tiefzentrums kann aus Regen gebietsweise nasser Schnee werden. Der Wind spielt zunächst kaum eine Rolle.

Windböen am Donnerstagmittag aus dem ICON-Modell, Quelle: Unwetteralarm

Am Donnerstag muss zunächst an der Nordsee und in den Mittelgebirgen mit Sturmböen gerechnet werden. Im Tagesverlauf erfasst das Sturmfeld weite Landesteile Bund selbst in tiefen Lagen muss verbreitet mit Böen von 70 bis etwa 85 km/h gerechnet werden, örtlich auch mit schweren Sturmböen über 90 km/h. An der Nordseeküste sind besonders auf den Inseln durchaus auch orkanartige Böen bis etwa 110 km/h denkbar und – wie meistens bei solchen Sturmlagen können auf dem Brocken im Harz Böen in Orkanstärke auftreten. Den Südosten Deutschlands erreicht der Sturm erst in den Abendstunden an Donnerstag, der äußerste Osten bleibt sogar weitgehend verschont. Auch am Freitag bleibt es zum Teil noch windig, aber der gröbste Sturm ist dan durch. Ob danach weitere Sturmlagen folgen, ist noch völlig offen, eine neue Hochdruckwetterlage ist derzeit vorerst nicht in Sicht.

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