Dürre in Spanien und Portugal

Auf der Iberischen Halbinsel hat sich die Dürre, die nun schon seit dem November 2021 anhält, weiter verschärft. Die Behörden in Portugal haben bereits den Betrieb von fünf Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung eingeschränkt. In Spanien nahm das Volumen der Wasserreservoire um 45 Prozent ab. Nach Angaben des spanischen Wetterdienstes waren Andalusien im Süden und Katalonien im Nordosten des Landes am stärksten betroffen.




In Portugal verschlimmerte sich die Lage bereits im Dezember drastisch und Ende Januar herrschte nahezu im gesamten Land mäßige bis starke Dürre. Mitten in der sonst regenreichen Wintersaison erlebte 54 Prozent des Landes eine mäßige, 34 Prozent eine starke und 11 Prozent eine extreme Dürre.

Die Satellitenbilder der Reservoire Alto Rabagão und Alto Lindoso im Norden Portugals wurden am 06.03.2021 und am 05.02.2021 mit dem Operational Land Imager (OLI) des Landsat-8-Satelliten aufgenommen. Sie zeigen eindrucksvoll den Rückgang des Wasserspiegels mit dem hellen, trocken gefallenen Uferbereich.

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Anfang Februar gaben portugiesische Behörden bekannt, dass das Reservoir Alto Lindoso und drei andere Stauseen die Wasserabgabe zur Stromerzeugung auf wenige Stunden pro Woche ab reduziert. Gerade Portugal hat ein umfangreiches Programm zur Stromerzeugung durch Wasserkraft mit 60 Staudämmen, die im Jahr 2019 10,6 Terrawattstunden erzeugten – etwa 30 Prozent des Energiebedarfs Portugals und die Hälfte der durch erneuerbare Energien erzeugten Stroms. In der Region um den Stausee können viele Landwirte ihre Felder nicht mehr bewässern.

Der Schwund des Alto Lindoso Reservoir, der sich im Grenzgebiet von Spanien und Portugal befindet, auf einen Füllstand von etwa 15 Prozent hat die lange Zeit überschwemmte Stadt Aceredo in Spanien wieder auftauchen lassen. Nun strömen zahlreiche Touristen zu den Ruinen – ähnlich wie in sehr trockenen Jahren am nordhessischen Edersee.

Einige Eindrücke aus Spanien:

Ausblick: Eine Verbesserung der Situation wird vorerst nicht erwartet. Dies ist besonders deswegen problematisch, weil im Winterhalbjahr der größte Teil des Jahresniederschlags fällt und die Reservoire für den Sommer aufgefüllt werden. Fälle dieser Wassernachschub weg oder erfolgt er nur stark eingeschränkt, könnte es im Sommer eng werden mit der Wasserversorgung.

Titelbild: Thierry Milherou

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