Neuer Rieseneisberg entstanden

Im Februar 2019 tauchte ein Riss im antarktischen Eis auf, der sich mitten durch das Brunt Eisshelf erstreckte. Es drohte ein Eisberg zu entstehen, der doppelt so groß ist wie New York City. Die Frage war dabei nicht, ob sondern wann das Eisfeld zerbricht. Fast vier Jahre später ist es nun so weit, der Eisberg A-81 ist geboren.



Nach Angaben der British Antarctic Survey (BAS) trat der Bruch spät am 22. Januar 2023 auf und schuf den neuen Eisberg mit einer Fläche von 1.550 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das Saarland weist eine Fläche von 2.870 Quadratkilometer auf. Das U.S. National Ice Center hat dem Eisberg den Namen A-81 gegeben. Das Satellitenbild zeigt den Eisberg am 24. Januar, aufgenommen mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) am Terra-Satelliten der NASA.

Das Gletschereis im Eisshelf fließt vom Inneren der Antarktis in den Westteil des Weddellmeeres. Das Shelf selbst beherbergte lange Zeit die britische Forschungsstation Halley Research Station, wo Wissenschaftler Erde, Atmosphäre und Weltraumwetter untersuchten. Im Jahre 2016 wurde die Station weiter ins Landesinnere verlegt, als sich ein Riss im Eis vergrößerte. Vom aktuellen Bruch ist die Station allerdings nicht betroffen.

Der Bruch trat an einem Riss auf, der als „Chasm 1“ bekannt war. Dieser Riss trat bereits in den 1970er Jahren auf, wuchs zunächst, kam dann aber für längere Zeit zum Stillstand. Erst ab 2012 wuchs der Riss erneut und verlängerte sich etwa 4 Kilometer pro Jahr. Im antarktischen Sommer 2022/2023 beschleunigte sich der Riss, vermutlich auch durch das Fehlen von Seeeis in der Region.

Das zweite Satellitenbild würde mit dem Operational Land Imager (OLI) am Satelliten Landsat 8 aufgenommen, es zeigt die Ausdehnung des Risses an 12. Januar 2021. Im Nordosten des Shelfs traten zahlreiche weitere Risse auf. Hier laufen Prozesse ab, die bisher kaum verstanden und sehr dynamisch sind. Das Entstehen von Eisbergen – auch Kalben genannt – ist an einem Eisshelf ein natürlicher Prozess, wenn sich Gletschereis auf das Meer ausbreitet und dabei mit zunehmender Entfernung vom Land immer dünner und zerbrechlicher wird. Stürme und Gezeiten setzen dem Eis zu, das von oben und von unten schmilzt. Ob und inwieweit die Klimaerwärmung darauf Einfluss nimmt, ist derzeit noch nicht bekannt.

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