ISS: Hurrikan SAM aus dem All

Am 23. September 2021 entstand der Tropische Sturm SAM etwa auf halber Strecke zwischen der Karibik und Westafrika und verstärkte sich am Folgetag zu einem Hurrikan. Wenige Tage später wurde er mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 250 km/h zum bisher stärksten Hurrikan der Saison 2021. Den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS bot sich ein spektakulärer Anblick. In einem Projekt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit der NASA und den Universitäten Bonn und Bochum werden hier von Zeit zu Zeit interessante ISS-Fotos und Videos vorgestellt.




Bereits am 26. September erreichte SAM seine maximale Stärke mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 250 km/h, was dem oberen Ende von Kategorie 4 auf der fünfteiligen Hurrikanskala entspricht. Zwischen dem 27. und 28. September schwächte sich SAM kurz auf die Kategorie 3 ab, gewann dann jedoch wieder rasch an Stärke und blieb bis zum 2. Oktober ein Hurrikan der Kategorie 4 mit mittleren Windgeschwindigkeiten zwischen 210 und 240 km/h. Als die ISS am 29. September genau über den Hurrikan hinweg flog, nahmen die Astronauten an Bord spektakuläre Bilder von SAM auf.

In der ersten Aufnahme befindet sich die Raumstation noch über dem Festland. In den folgenden Aufnahmen nähert sich die Raumstation dem Sturm weiter an und die Details werden immer besser sichtbar.

In der Großaufnahme des Auges sind in der Eyewall, dem Bereich um das Auge, in dem die größten Windgeschwindigkeiten auftreten, aufgewühlte Bereiche zu sehen, die auf intensive Aufwinde hindeuten. Diese Aufwinde setzen Energie frei, die den Sturm weiter verstärkt.

Besonders auffällig ist dabei der kleine, an eine Quellwolke erinnernde Bereich in der westlichen Eyewall (direkt rechts unterhalb des Auges). Dabei handelt es sich um einen sogenannten Hot Tower, also einen einzelnen besonders intensiven Aufwind. Solche Hot Tower spielen bei der Verstärkung von tropischen Wirbelstürmen eine besonders wichtige Rolle. Dieser Hot Tower wuchs in den folgenden 20 Minuten weiter in die Höhe, wobei die Temperatur an der Wolkenoberseite von etwa -70 °C auf unter -80 °C fiel.

Flugbahn der ISS von Venezuela bis auf den Atlantik am 29.09.2021, Quelle: Columbus Eye

Der Hurrikan SAM bedrohte zum Glück kein Land, er zog östlich an Bermuda vorbei, wo es Sturmböen gab. Meterhohe Wellen erreichten Teile der Karibik und sogar Teile der US-Ostküste. Der Hurrikan wandelte sich im weiteren Verlauf in ein außertropisches Tief um, das derzeit noch immer bei Island zu finden ist.

Copyright Titelbild und Foto: NASA/ KEPLER ISS

Ausführliche Informationen zu Unwettern aller Art und anderen Naturgewalten gibt es auf meiner umfangreichen Internetseite:




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.