März mit neuen Sonnenrekorden

Wochenlange Hochdrucklagen bestimmten das Wetter in weiten Strecken des ersten Frühlingsmonats 2022. Dabei wehte oft trockene Luft ins Land und die Sonne schien zum Teil mehr als doppelt so lang wie im langjährigen Mittel. Damit ging auch erhebliche Trockenheit einher, zusammen mit erhöhter Waldbrandgefahr und Niedrigwasser in vielen Flüssen in Deutschland. Atlantische Tiefdruckgebiete hatten kaum eine Chance, gegen den stabilen Hochdruckblock voranzukommen. Insgesamt war der März 2022 wärmer und trockener als im Mittel mit verbreiteten neuen Sonnenscheinrekorden. Die Sonne schien im Flächenmittel sogar häufiger als in einem durchschnittlichen Juli.




Temperaturen im März 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020 war der März 2022 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes im Nordwesten, Westen und Südwesten bis etwa 1,5 Grad wärmer. Im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 waren die Abweichungen noch etwas größer. Die höchste Temperatur wurde am 28. mit 23,0 Grad in Regensburg (Bayern) gemessen. Der tiefste Wert wurde am Morgen des 01. März in Reit im Winkl (Bayern) mit -11,2 Grad registriert.

Temperaturen im März seit 1881, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Das Deutschlandmittel lag im März 2022 bei 5,2 Grad und damit im oberen Drittel der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe. Im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 war der März 2022 im Deutschlandmittel 1,5 Grad wärmer.

Niederschläge im März 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Landesweit war der März 2022 deutlich trockener als im Mittel. Im Flächenmittel kam nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags zusammen. Gebietsweise war der Monat sogar fast komplett trocken, im Nordosten gab es sogar Wetterstationen ohne messbaren Niederschlag. Durch die ansteigende Waldbrandgefahr entstanden in einigen Regionen Brände. Am 15. März meldete die Station in Marktschellenberg (Bayern) mit 25,4 Liter pro Quadratmeter die deutschlandweit höchste Tagesmenge. Zum Monatsende endete auch die Serie der Dauerhochs und von Norden her sickerte kalte Polarluft ein, in der es am 31. März in Teilen Norddeutschlands weiß wurde, so auch in Hamburg. In einigen Regionen war es der erste Schnee dieses Winterhalbjahrs.

Sonnenschein im März 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Die Sonne machte im März 2022 reichlich Überstunden. Im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 schien sie in einigen Regionen doppelt so lang wie im Mittel. Gegenüber den Jahren 1961 bis 1990 ist die Abweichung sogar noch deutlich größer. Damit ist der Monat mit Abstand der sonnigste März seit dem Beginn der Sonnenscheinmessungen im Jahre 1951 und überholte das bisherige Rekordjahr 1953.

Titelbild: Achim Otto

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