Sturzfluten im Death Valley

Anfang August 2022 überschwemmten Sturzfluten die Furnace Creek im Death Valley (Tal des Todes), dem trockensten Ort in Nordamerika. Innerhalb von nur 3 Stunden fielen hier am 05. August 37,1 Liter Regen pro Quadratmeter – nach Angaben des US-Wetterdienstes ein Jahrtausendereignis. Die Folge waren schwere Überschwemmungen und Sturzfluten schwenkten Autos von den Straßen, Gebäude wurden beschädigt und etwa 1.000 Besucher und Parkmitarbeiter strandeten zeitweise im Tal.




Damit kamen in den drei Stunden etwa 75 Prozent der durchschnittlichen Jahresmenge zusammen. Nur wenige Tropfen fehlten bis zur bisher höchsten Tagesmenge im April 1988, als 37,3 Liter fielen. Für den sonst eher trockenen Monat August war es mit Abstand ein neuer Regenrekord. Im Mittel fallen im August nur gut 2,5 Liter pro Quadratmeter.

Am folgenden Tag lief das Wasser weitgehend wieder ab und die gestrandeten Besucher konnten – eskortiert von Parkpersonal – das Tal verlassen. Zurück blieben aber zerstörte Straßen und im Schlamm steckengebliebene Autos. Einige Parkbereiche sind auch heute noch geschlossen und die Reparatur der Straßen dürfte Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern. Die Hauptwasserleitung im Park wurde auf einer Länge von mehr als 180 Metern zerstört. Über Verletzte oder Tote ist bisher nichts bekannt.

Death Valley vor und nach den Fluten, Quelle: NASA

Die beiden Falschfarbensatellitenbilder entstanden am 11. Juli und am 07. August 2022, also vor und wenige Tage nach den Fluten. Durch die Falschfarbendarstellung lässt sich das Wasser besser darstellen mit dunkelblauen Tönen in überschwemmten Bereichen, hellblauen Farben in Durchfrüchten Bereichen und braunen, trockenen Boden.

Dass das Death Valley die meiste Zeit so trocken ist, liegt an der Abschattung durch die umliegenden Gebirge. Wenn vom Pazifik feuchte Luftmassen auf Kalifornien treffen, müssen sie insgesamt vier Gebirgszüge überqueren, bevor sie das bis zu 86 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Wüstental erreichen. Der Regen fällt bereits vorher an den Westseiten der Gebirge, für das Death Valley bleibt nur wenig bis gar nichts übrig. Wenn die ursprünglich feuchte Luft hier ankommt, ist sie meistens knochentrocken. In seltenen Fällen füllt sich die tiefstgelegene Stelle im Tal mit einem ausgedehnten, flachen See, dem Lake Badwater, der aber meist innerhalb weniger Tage wieder verschwindet.

Das Death Valley ist auch für extreme Hitze bekannt. Die Furnace Creek halt mit 56,7 Grad den Weltrekord mit der höchsten bisher gemessenen Temperatur an einer offiziellen Wetterstation, registriert am 10. Juli 1913. Am 16. August 2020 waren es 54,4 Grad.

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