Nassester September seit über 20 Jahren

Der September 2022 brachte nach dem Extremsommer mit Dürre und Hitze den von vielen ersehnten Wetterumschwung. Nach sonnigem und warmem Start bestimmten Tiefausläufer mit Regengebieten und Schauerwetter abwechselnd das Wettergeschehen in Mitteleuropa. Damit gestaltete sich der Monat in weiten Teilen Deutschlands deutlich nasser und meist auch grauer als im Mittel, während die Temperaturen meist im Bereich der Mittelwerte lagen.




Temperaturen im September 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020 war der September 2022 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes nur im äußersten Südwesten rund 1 Grad wärmer, ansonsten lagen die Temperaturen überwiegend im Bereich der Mittelwerte oder etwas darunter, nach Nordosten und Osten hin bis zu 1 Grad. Im Deutschlandmittel lag der September 0,5 Grads unter dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020, im Vergleich zur kühleren Periode 1961 bis 1990 traf der September in etwa den Mittelwert. Die höchste Temperatur des Monats wurde am 05. September in Kleve am Niederrhein mit 32,3 Grad gemessen, den tiefsten Wert meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit frostigen – 1,8 Grad.

Temperaturen im September seit 1881, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Das Deutschlandmittel lag im September 2022 bei 13,4 Grad (0,5 Grad unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020) und damit im Mittelfeld der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe.

 

Niederschläge im September 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der September beendete die große Trockenheit und das Niedrigwasser des Sommers 2022. Im Deutschlandmittel fiel etwa die Hälfte mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Etwas trockener war der Monat lediglich in einem schmalen Streifen vom Münsterland bis in den Süden Brandenburgs. In weiten Landesteilen war der September sehr nass. Vor allem in Süddeutschland fiel in vielen Regionen mehr als das Doppelte, in Rheinstetten bei Karlsruhe sogar das Dreifache des Mittelwertes. In einigen Regionen fiel im September mehr Regen als in allen drei Sommermonaten zusammen. Im Deutschlandmittel war es der nasseste September seit 2001. Die höchste Tagesmenge meldete Graal-Müritz bei Rostock am 17. mit 93,8 Liter pro Quadratmeter, als heftige Schauer und Gewitter auftraten. Dabei wurden mindestens 5 Tornados beobachtet, von denen 4 an Land zogen.

Sonnenschein im September 2022, Abweichungen zum Monatsmittel 1991-2020, Quelle: Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Im Nordwesten schien die Sonne etwas länger als im langjährigen Mittel, ansonsten war der Monat etwas grauer. Auf der Zugspitze wurden lediglich 64 Prozent der durchschnittlichen Sonnenscheindauer registriert. Im Deutschlandmittel lag die Sonnenscheindauer nur wenig unter dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020.

Titelbild: Markus Baatz, Wolfsburg

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